Winfried Kretschmann (Bündnis 90  Die Grünen), der Ministerpräsident von Baden-Württemberg), sitzt in seinem Amtssitz, der Villa Reitzenstein, im Kabinettssaal vor einem Computerbildschirm.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Jana Hoeffner/Staatsministerium Baden-Württemberg/dpa)

Bund und Länder beraten sich

Impfgipfel: Baden-Württemberg drängt auf Impfungen für Schüler und Studierende

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Beim Impfgipfel von Bund und Ländern am Donnerstag wurde unter anderem über Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche diskutiert. Baden-Württemberg will noch vor den Sommerferien damit beginnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder sind am Donnerstagnachmittag zu einem weiteren Impfgipfel zusammengekommen, um unter anderem über Corona-Impfungen für Kinder zu beraten. Baden-Württemberg will noch vor den Sommerferien mit den Corona-Impfungen bei Schülerinnen und Schülern beginnen. Dies sei politisch gewollt, damit sie im neuen Schuljahr in den Präsenzunterricht zurückkehren könnten, heißt es dazu aus Regierungskreisen gegenüber dem SWR. Begrenzender Faktor sei aber nach wie vor der Mangel an Impfstoff, daran ändere auch ein weiterer Impfgipfel nichts.

Begleitende Impfungen für Kinder

Das Versprechen des Bundes, bis Ende des Sommers ein Impfangebot für alle zu machen, werde nun eben auf Kinder ab 12 Jahren erweitert. Die baden-württembergische Landesregierung will nun pragmatische Lösungen suchen, um auch Schülerinnen und Schüler in die Impf-Kampagne einzubeziehen. Eine Möglichkeit seien begleitende Impfungen mit den Eltern: Wenn Mütter oder Väter Impftermine haben, werden die Kinder dann auch gleich geimpft.

Wegen der unterschiedlichen Ferientermine in den Bundesländern müsse allerdings auf eine gerechte Verteilung der vorhandenen Impfstoffmengen geachtet werden. Im Juli seien Engpässe zu befürchten, weil auch zahlreiche Zweitimpfungen anstünden. Schülerinnen und Schüler können voraussichtlich nur mit Biontech geimpft werden. Wegen der geringen Datenlage will die Ständige Impfkommission (Stiko) allerdings keine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche aussprechen.

Wissenschaftsministerin fordert Impf-Perspektiven für Studierende

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) hatte vor Beginn der Beratungen von Bund und Ländern Impf-Perspektiven für Studierende gefordert. "Beim Impfgipfel mit Kanzlerin Merkel muss nicht nur über die Schüler, sondern auch über die Studierenden geredet werde", sagte Bauer der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Die Studierenden haben bewiesen, dass sie Solidarität können. Jetzt aber ist die Zeit gekommen, die wachsenden Spielräume zu nutzen. Die jungen Leute müssen Perspektiven haben", so die Ministerin.

Ein weiteres Thema der Beratungen sind mögliche Auffrischungsimpfungen. Merkel hatte zuvor deutlich gemacht, dass sie hiermit nicht vor Herbst rechnet. Außerdem wird es um den sogenannten digitalen Impfausweis gehen, der bald in ganz Europa gelten soll. Im Zollernalbkreis gibt es beispielsweise so einen Impfnachweis schon seit Mitte Februar - auf einem Kärtchen sind alle Infos zur Impfung digital gespeichert.

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In Deutschland sind bislang laut Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 33 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft worden. Rund zwölf Millionen Menschen haben bereits die zweite Impfung erhalten und damit den vollständigen Impfschutz. In Baden-Württemberg haben rund 40 Prozent der Menschen eine Erstimpfung erhalten.

Eine Übersicht zum Impf-Fortschritt bietet unsere Karte:

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