Die Polizei hat schon wieder ein illegales Straßenrennen in Trier gestoppt. (Symbolfoto) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Tempolimit als Vorsorge-Maßnahme?

Illegale Autorennen: Erneut mehr Fälle in Baden-Württemberg gemeldet

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Illegale Autorennen gelten als Straftat. Trotz drohender Gefängnisstrafen werden jedoch immer mehr solcher Fälle erfasst. Das BW-Innenministerium sieht aber auch eine positive Entwicklung.

Gas geben gegen andere oder gegen die Uhr: Die Zahl der erfassten illegalen Autorennen in Baden-Württemberg ist im ersten Halbjahr 2021 erneut gestiegen. Wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz (SPD) hervorgeht, registrierte die Polizei bis Ende Juni 263 solcher Fälle - 11 mehr als in der jüngsten Erhebung für das gesamte Jahr 2019 und das Frühjahr 2020.

Die meisten Rennen wurden demnach im Ortenaukreis gemeldet (20), gefolgt vom Rems-Murr-Kreis (16) und dem Kreis Böblingen (15 Fälle).

Illegale Autorennen stärker im Fokus der Polizei

Zwar drohen Rasern schon bei der Teilnahme an solchen Rennen seit 2017 bis zu zwei Jahre Haft. Die Zahl der gemeldeten illegalen Autorennen ist im Land seitdem trotzdem stetig gestiegen. Das Innenministerium in Stuttgart sieht hinter dem Anstieg der Zahlen aber eine positive Entwicklung.

Illegales Autorennen (Foto: dpa Bildfunk, Roland Weihrauch)
Straftat seit 2017: Teilnehmenden an illegalen Autorennen drohen bis zu zwei Jahre Haft. Roland Weihrauch

"Das Thema illegale Autorennen ist in den letzten Jahren mehr und mehr in den öffentlichen Fokus gerückt", sagte ein Ministeriumssprecher. Fahrer würden öfter angezeigt, die Polizei sei für das Thema sensibilisiert. "Dies führt zu einer Aufhellung des Dunkelfeldes", sagte der Sprecher. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Zahl der Rennen selbst steigt. Das sieht zwar auch das baden-württembergische Verkehrsministerium so. Allerdings gebe es noch ein "wirksames Mittel" gegen illegale Autorennen: ein durchgehendes Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Rasen könne dadurch "beweissicher festgestellt und sanktioniert werden", so das Ministerium. Darüber hinaus habe ein Tempolimit auch eine präventive Wirkung. Entschieden wird darüber auf Bundesebene.

Die Polizei in Baden-Württemberg schöpfe im Kampf gegen illegale Autorennen schon jetzt "alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel aus", betonte ein Sprecher des Innenministeriums. Allein in der ersten Jahreshälfte 2021 hätten Staatsanwaltschaften im Land gegen 379 Verdächtige in 288 Verfahren wegen illegaler Rennen ermittelt.

ADAC: "Raser müssen merken, dass es sich nicht lohnt"

Der ADAC Württemberg forderte dennoch "eine noch stärkere Präsenz der Polizei und härtere Kontrollen" auf betroffenen Strecken. "Die Raser müssen merken, dass es sich nicht lohnt, sich illegale Rennen im öffentlichen Straßenverkehr zu liefern", sagte der Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt des Automobilclubs, Holger Bach.

"Viele dieser Autofahrer ziehen ihre Bestätigung durch Videos und Fotos aus den Sozialen Medien."

Wichtig sei daher auch eine "soziale Ächtung" der Raser: Die Präsenz auf Social Media dürfe nicht durch positive Aufmerksamkeit wie Likes oder Kommentare gefördert werden.

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SWR