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Die Schulen in Baden-Württemberg sind zu, gelernt wird nun von zu Hause aus. Der Bildungsgewerkschaft GEW zufolge klappe der Fernunterricht jedoch nicht überall reibungslos. Vielen Schülern fehle die nötige technische Ausstattung.

Es gebe Schüler, die in prekären Verhältnissen lebten und nicht die nötige technische Ausstattung für das Lernen via Internet hätten. Das sagte Doro Moritz, Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in Stuttgart. In manchen Familien rangelten zwei bis drei Kinder um den einzigen verfügbaren Laptop im Haushalt. Manchmal fehle auch ein Drucker, um Aufgaben auszudrucken. Moritz berichtete von Schülern, die die Lage ausnutzen, um sich ganz aus dem Schulunterricht zu verabschieden.

Laut Moritz funktioniert immerhin die Lernplattform "Moodle" jetzt stabil und wird rege genutzt. Lehrer machten sich aber Gedanken darüber, wie sie die fertiggestellten Aufgaben der Kinder bewerten sollten. Niemand wisse schließlich, ob nicht Papa oder Mama die Aufgabe gelöst hätten.

Digitale UND Analoge Tipps für die Schule zu Hause: Schülerinnen und Schüler müssen online auf Unterrichtsmaterial zugreifen und den Stoff selbstständig bearbeiten – das kann eine Herausforderung sein. #Twitterlehrerzimmer #COVIDー19 https://t.co/eMrQ9lqWIc

Verband: Es ist schwer Schüler zu motivieren

Der Landeschef des Philologenverbandes, Ralf Scholl, meinte hingegen, das Lernen auf Distanz funktioniere nach dem ersten Eindruck relativ gut. "Aber es gibt Probleme in Familien mit vielen Kindern und nur einem Computer", sagte auch er. Das größte Problem wird seiner Einschätzung nach sein, die Schüler bei der Stange zu halten und zu motivieren, wenn die Ausnahmesituation länger andauere. Die Motivation der Schüler bezeichnete er schon jetzt als "schwankend". Der Philologenverband vertritt die Interessen von Gymnasiallehrern.

Keine einheitlichen Regeln für E-Learning

Der Vorsitzende des Landesschülerbeirats, Leandro Cerqueira Karst, beklagte, dass es in Baden-Württemberg keine einheitlichen Regeln für das E-Learning gebe. Wie gut der digitale Unterricht funktioniere, hänge auch sehr von den jeweiligen Schulen und den Lehrern ab. Aber er meinte: "Im Großen und Ganzen klappt es den Umständen entsprechend gut." Die Lehrer seien sehr darum bemüht, Schüler mit kreativen Ideen bei Laune zu halten. Klar sei dabei auch, dass Gymnasiasten kurz vor dem Abitur eine andere Betreuung bräuchten als Fünftklässler.

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