Mehrere Festmeter frisch geschlagene Baumstämme liegen abseits der Straße am Waldrand auf einem Polter.  (Foto: dpa Bildfunk, Soeren Stache)

Steigende Preise

Holzdiebe stehlen mehr Brennholz in Baden-Württemberg

STAND

Angesichts steigender Energiepreise interessieren sich Holzdiebe zunehmend auch für Brennholz. Die Forstwirtschaft will ihre Ware vermehrt mit Peilsendern gegen Diebstahl sichern.

Die steigenden Preise für Strom und Gas verleiten immer mehr Menschen dazu, Holz aus den Wäldern zu stehlen. Die Diebinnen und Diebe gingen teils streng organisiert vor, sagte Max Reger von ForstBW, dem staatlichen und zugleich größten baden-württembergischen Forstbetrieb mit Sitz in Bebenhausen (Kreis Tübingen).

"Das Holz wird nicht nur mit Pkw-Anhängern, sondern teilweise auch mit ganzen Lkw-Ladungen illegal abtransportiert."

Aber auch kleinere Mengen würden aus den staatlichen Wäldern geklaut: "Neben ganzen Langholz-Stämmen stellen wir inzwischen immer häufiger fest, dass Holzdiebe es auch auf Brennholz abgesehen haben", sagte Reger. Holzklau sei aber kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Der Schaden durch die Brennholzdiebinnen und -diebe sei erheblich, so Reger.

Nachfrage-Boom durch Energiekrise Warum Brennholz im Südwesten weiter knapp und teuer bleibt

Die Nachfrage nach Brennholz ist in den vergangenen Monaten spürbar gestiegen, das Angebot dagegen kaum. Mal eben mehr einschlagen hilft in der jetzigen Situation aber auch nichts.  mehr...

Peilsender sollen Ware sichern

Nach der Tat werde das Holz keineswegs immer selbst benutzt, sondern auch illegal weiterverkauft. Im Staatswald sind die Försterinnen und Förster den Holzdieinnen und -dieben schon seit Jahren mit Peilsendern auf der Spur. "Das werden wir nun verstärken", sagte ein ForstBW-Sprecher. Mit den GPS-Trackern kann Holz markiert und über das Internet verfolgt werden. "Stellen unsere Mitarbeiter fest, dass sich die Stämme bewegen, obwohl keine Abfuhrfreigabe erteilt wurde, schalten wir direkt die Polizei ein", sagte Reger. Die kleinen Geräte würden von den Forstwirtinnen und -wirten auch in Brennholz versteckt.

Brennholz ist teurer geworden

Brennholz ist zuletzt deutlich teurer geworden. Kostete ein Festmeter im vergangenen Jahr dem Waldeigentümer-Verband AGDW (Berlin) zufolge noch zwischen 60 und 70 Euro, sind es mittlerweile 100 bis 200. "Wenn Brennholz überhaupt lieferbar ist, denn viele Händler beliefern nur noch ihre Stammkunden", sagte Verbandssprecher Jürgen Gaulke. Ein Massenproblem sei der Holzklau zwar noch nicht. In aller Regel würden kleinere Mengen gestohlen. Die Zahl der Fälle, in denen das nicht so sei, nehme allerdings zu, sagte Gaulke.

Wegen der Gaskrise steigt die Nachfrage nach Brennholz und Hackschnitzel derzeit gewaltig. Doch die meiste Neukundschaft geht leer aus:

Mehr zu Brennholz

Ortenaukreis

Brennholz statt Gas Holz aus der Ortenau: Neukundschaft geht leer aus

Die Nachfrage nach Brennholz und Hackschnitzel steigt derzeit gewaltig. Beides kann eine Gas-Alternative sein. Im Schuttertal (Ortenaukreis) geht die meiste Neukundschaft aber leer aus.  mehr...

SWR Aktuell Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz SWR Aktuell

Rheinland-Pfalz

Holz- und Pelletöfen sind beliebt Heizen mit Holz als Alternative zum teuren Gas?

Ist das Heizen mit Holz eine preiswerte Alternative zum Gas für den Winter? Fachleute aus Rheinland-Pfalz zweifeln daran.  mehr...

Warthausen

Platz für 8.000 Festmeter Holz Im Nassholzlager in Warthausen ist alles verkauft

Im Nassholzlager in Warthausen (Kreis Biberach) ist Platz für bis zu 8.000 Festmeter Holz. Die gefällten Baumstämme werden künstlich beregnet - so bleibt die Holzqualität bis zur Verarbeitung erhalten.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR