Schüler steigen in einen Schulbus (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Felix Kästle)

Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

Hoher Dieselpreis: Bus-Verband sieht Schülertransport in Gefahr

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Steigende Dieselpreise und keine Hilfe von der Regierung: Immer mehr Subunternehmen wollen ihre Verkehre einstellen. Der Bus-Verband warnt vor Einschnitten nach den Sommerferien.

In Anbetracht der weiterhin hohen Dieselpreise warnt der Verband baden-württembergischer Omnibusunternehmen vor Einschnitten in der Schülerbeförderung nach den Sommerferien. "Im Herbst wird es ernst. Da werden Schüler stehen bleiben", sagte Verbandsgeschäftsführer Witgar Weber am Freitag in Böblingen. Es gebe einige Subunternehmen, die angedeutet hätten, dass sie aufgrund der gestiegenen Kosten ihren Dienst einstellen müssten. Notwendig sei ein Ausgleich für den hohen Dieselpreis, so Weber. Der Preis sei infolge des Ukraine-Kriegs explodiert und es sei keine Entspannung in Sicht.

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FDP-Politiker fordert Kompensationsleistungen von der Landesregierung

Der baden-württembergische FDP-Verkehrspolitiker Christian Jung forderte in Stuttgart ein gemeinsames Konzept des Landes sowie von Stadt- und Landkreisen. Das Ziel: Private Busunternehmer sollen auch weiterhin kostendeckend Schülerinnen und Schüler befördern können. Alleine im Landkreis Reutlingen zeichne es sich derzeit ab, dass sieben Subunternehmen ihre Bus-Verkehre einstellen würden. "Die explodierten Energiekosten können nicht länger ignoriert werden", sagte Jung am Freitag und betonte, dass es von der Landesregierung nun konkrete Kompensationsleistungen brauche.

"Wenn jetzt nicht umgehend gehandelt wird, dann stehen Schülerinnen und Schüler sowie die sonstigen Fahrgäste ab September an verwaisten Bushaltestellen."

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte dem SWR, dass die Landkreise für die Schülerbeförderung zuständig seien. Mehr Geld vom Land gebe es nicht.

Landkreistag: Über Kompensationen muss auf regionaler Ebene entschieden werden

Der Hauptgeschäftsführer des Landkreistages, Alexis von Komorowski, sagte, seit Juli sei entschieden, dass es keinen Diesel-Stützungspakt für den ÖPNV mit Landesmitteln geben werde. "Über etwaige Stützungsmaßnahmen sowie deren Laufzeit ist daher allein auf örtlicher Ebene zu entscheiden." Hier berücksichtigten die Landkreise die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die finanzielle Situation der betroffenen Verkehrsunternehmen. Nach Auskunft des Landkreistages ist man mit den Verkehrsunternehmen in engem Austausch, damit die Schülerbeförderung auch weiterhin sichergestellt werde.

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