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Man dürfe Wirtschaft und Gesellschaft in Baden-Württemberg nicht überfordern. Das schreibt Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut in einem Brief an Kretschmann. Die Umwelt-Vorgaben in Sachen Autos seien zu hart.

Die Autoindustrie sei durch kurzfristige Verschärfungen bei den Regelungen zum CO2-Ausstoß überfordert, warnt Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Sie schrieb in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), das von der EU bisher fixierte Zwischenziel zur Reduzierung der CO2-Grenzwerte für Fahrzeugflotten für 2025 sollte bestehen bleiben, um Wirtschaft und Gesellschaft nicht zu überfordern.

Zu viele Arbeitsplätze in der Autoindustrie

Vereinbarte Eckpfeiler dürften nicht kurzfristig verschärft werden. Von der Autoindustrie seien speziell in Baden-Württemberg viele Arbeitsplätze direkt oder indirekt abhängig.

"Die Transformation des Verkehrsbereichs darf deshalb nicht nur ökologische, sondern sie muss auch ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigen", so die Ministerin. Jedes zusätzliche Gramm an CO2-Einsparung verursache "erhebliche Kosten". Zunächst hatten die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstag) über Hoffmeister-Krauts Brief berichtet.

Auch der Branchenverband reagiert ungehalten

Zuvor hatte bereits die Chefin des Branchenverbandes VDA, Hildegard Müller, Kritik geübt. "Mit der Einführung der geplanten EU-7-Norm wird die EU-Kommission Autos mit Verbrennungsmotor ab 2025 de facto verbieten", so Müller.

Von der Leyen will strengere Klima-Vorgaben

Derzeit ist vereinbart, dass die Autobauer in der EU den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagenflotte bis 2025 um 15 Prozent und bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich jeweils zu 2021 verringern müssen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU) hatte zuletzt jedoch weiter verschärfte Klimaziele ins Spiel gebracht.

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