Für viele der schönste Moment im Leben - ein Mann steckt den Hochzeitsring an den Finger der Braut. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

So können Sie den schönsten Tag im Leben feiern

Hochzeitsfeier trotz Corona: Das ist in Baden-Württemberg möglich

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Strahlende Gesichter, gutes Essen und ein glückliches Brautpaar: Die eigene Hochzeit soll perfekt sein. Hier erfahren Sie, was aktuell in Baden-Württemberg möglich ist.

Die Themen im Überblick:

Ist ein Junggesellenabschied in BW wieder möglich?

Ein Junggesellenabschied ist möglich, wenn die geltenden Kontaktbeschränkungen beachtet werden. In Landkreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 dürfen sich maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten treffen, bei Inzidenzen unter 50 kann ein Junggesellenabschied mit bis zu zehn Personen aus drei Haushalten stattfinden. Dabei zählen vollständig Geimpfte und Genesene nicht mit und auch Kinder der beiden Haushalte bis einschließlich 13 Jahre werden nicht mitgerechnet.

Als ein Haushalt gilt eine abgeschlossene Wohneinheit wie etwa eine Wohnung, eine Wohngemeinschaft, Wohngruppe oder ein Einfamilienhaus. Paare, die nicht zusammenleben, gelten ebenfalls als ein Haushalt.

Baden-Württemberg

Aktuelle Corona-Verordnung Sinkende Inzidenzwerte in Baden-Württemberg: Diese Regeln gelten im Land

Im Mai hat Baden-Württemberg ein Corona-Öffnungskonzept beschlossen. Es sieht Lockerungen in drei Schritten vor, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis an fünf aufeinander folgenden Tagen unter 100 liegt. Zusätzliche Lockerungen gibt es ab einem Inzidenzwert von unter 50 - und neuerdings auch ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 35.  mehr...

Standesamtliche Trauung: Gästezahl abhängig von Raumgröße

Standesamtliche Trauungen sind unabhängig von der Inzidenz mit höchstens zehn Personen möglich. Allerdings zählen die Kinder der Eheschließenden, die Standesbeamtin oder der Standesbeamte sowie geimpfte oder genesene Personen nicht mit. Aufgrund der einzuhaltenden Abstandsregelungen ist bei der Frage, wie viele Personen an der Trauung teilnehmen können, wie groß der Saal ist. "In unseren Bürgersaal dürfen die zehn Personen mit bis zu insgesamt 31 Personen 'aufgefüllt' werden, weil der Bürgersaal so groß ist, dass die Abstände eingehalten werden können", schreibt eine Standesbeamtin aus dem Landkreis Emmendingen an SWR Aktuell.

Heiraten im Ulmer Rathaus mit 12 Personen oder mit 26 in der Klosterbibliothek

Im Ulmer Rathaus zum Beispiel sind laut Stadtverwaltung bei den Eheschließungen inklusive des Brautpaares 12 Personen zugelassen. Bei den Eheschließungen in der Klosterbibliothek Wiblingen können inklusive des Brautpaares 26 Personen zugelassen werden. Für Eheschließungen in den Ulmer Ortsverwaltungen gelten aufgrund der örtlichen Verhältnisse eingeschränkte, abweichende Regelungen, die dort direkt erfragt werden können.

Erlaubt sind bis zu hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in bestimmten Fällen sogar mehr - denn laut Corona-Verordnung heißt es: "Bei der Bemessung der Teilnehmerzahl bleiben Beschäftigte und sonstige Mitwirkende an der Veranstaltung außer Betracht." An allen Orten allerdings besteht die Pflicht, eine medizinische Maske zu tragen - das gilt auch für Trauungen, die im Freien stattfinden.

Und auch im Freien gilt: Die Raumgröße bestimmt die Zahl der erlaubten Personen. Auf der Dachterrasse des Stuttgarter Rathauses, auf der standesamtliche Trauungen stattfinden, zum Beispiel ist die Kapazität laut Stadt folgendermaßen: Erlaubt sind ein Brautpaar plus zehn Gäste, zuzüglich fünf vollständig geimpfte/genesene Personen mit entsprechendem Nachweis, insgesamt maximal 15 Personen.

Paar nach Trauung auf Hochzeitsfeier (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa Themendienst)
Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2020 in Baden-Württemberg mehr als 50.500 Ehen geschlossen. picture alliance / dpa Themendienst

Kirchliche Trauungen: auch hier mit Mindestabstand

Bei Inzidenzen unter 100 sind kirchliche Trauungen in Innenräumen mit theoretisch unbegrenzter Teilnehmerzahl möglich, Voraussetzung ist ein Hygienekonzept. Allerdings wird die Zahl der Gäste in der Praxis durch die Abstandsregel von 1,5 Metern begrenzt, diese gilt sowohl vor als auch während des Gottesdienstes. Auch bei Gottesdiensten im Freien muss der Mindestabstand eingehalten werden. Außerdem dürfen hier höchstens 500 Personen teilnehmen. Der Gottesdienst muss nicht mehr bei der örtlichen Polizeibehörde angemeldet werden, allerdings müssen die Daten der Teilnehmenden erfasst und den zuständigen Behörden auf deren Verlangen zur Nachverfolgung von Kontakten vorgelegt werden. Dabei ist der Datenschutz zu beachten.

Manch ein Paar hat seine Hochzeit bereits mehrfach verschoben. Hören Sie hier die SWR2-Sendung "Geld, Markt, Meinung" vom 29.5.2021 zum Thema:

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Sowohl bei einer Trauung in der Kirche als auch unter freiem Himmel gilt eine Maskenpflicht. Davon ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren und Menschen mit einem entsprechenden ärztlichen Attest. Gesang ist seit dem 7. Juni wieder erlaubt, so lange die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Allerdings muss auch dabei die Maske getragen werden.

Hochzeitsfeier im privaten Rahmen

In privaten Räumlichkeiten sind Hochzeitsfeiern bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 mit nicht mehr als fünf Personen aus höchstens zwei Haushalten möglich. Liegt die Inzidenz stabil unter 50 (oder 35), dürfen bis zu zehn Personen aus drei Haushalten zusammen feiern. Geimpfte oder genesene Personen sowie zum jeweiligen Haushalt gehörende Kinder bis einschließlich 13 Jahren zählen nicht zur Gesamtpersonenzahl dazu.

Als ein Haushalt gilt eine abgeschlossene Wohneinheit wie etwa eine Wohnung, Wohngemeinschaft, Wohngruppe oder ein Einfamilienhaus. Paare, die nicht zusammenleben, gelten ebenfalls als ein Haushalt.

Trotz Pandemie: Landwirt Johannes Walter aus Sigmarswangen bei Sulz (Kreis Rottweil) hat seiner Freundin einen ganz besonderen Heiratsantrag gemacht:

Das gilt für Feiern in Restaurants

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis stabil unter 35, können Hochzeiten wieder in gastronomischen Einrichtungen mit bis zu 50 Personen gefeiert werden. Die Restaurantbetreibenden müssen sich an die geltenden Hygieneanforderungen halten. Dazu gehört beispielsweise, dass die Zahl der Gäste auf der Grundlage der räumlichen Kapazität begrenzt werden muss, sodass ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Außerdem muss regelmäßig gelüftet und Oberflächen gereinigt werden. Die Gäste benötigen einen negativen Corona-Test oder einen Impf- oder Genesenen-Nachweis. Außerdem gilt auf dem Weg zum Sitzplatz oder beim Aufstehen eine Maskenpflicht.

Wieso zählen Geimpfte und Genesene im Restaurant?

Die Tatsache, dass Geimpfte und Genesene bei privaten Feiern nicht mitgezählt werden, bei Feiern im Restaurant aber schon, sorgt in den sozialen Netzwerken für Unverständnis. "Bei Inzidenzen unter 35 sind Feiern im Gastgewerbe mit bis zu 50 Personen möglich, weil dort die Veranstalter – d.h. in der Regel der Gastronom zusammen mit dem Ausrichter – Hygienevorgaben einzuhalten haben, insbesondere ist auf die Abstandsregel hinzuwirken", so ein Sprecher des Sozialministeriums auf Anfrage des SWR. Damit Gastronomen also die erforderlichen Hygienevorgaben einhalten können, gelten hier die "drei G": getestet, genesen oder geimpft.

Aus Sicht des Ministeriumssprechers sind Feiern in Restaurants eher als förmliche Feiern gedacht, bei denen zwar 50 Personen beliebiger Haushalte erlaubt seien, aber die Abstandspflicht und Hygienevorgaben und die grundsätzliche Maskenpflicht gelte (bis zur Einnahme des Sitzplatzes in der gastronomischen Einrichtung). Auch Tanzen sei nicht erlaubt. "Der typische Anwendungsfall dürften eher Jubiläumsfeiern von Vereinen, Parteien und Unternehmen u. ä. sein, weniger die private ausgelassene Feierlichkeit oder Hochzeit", so der Sprecher.

Baden-Württemberg

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