Der Rhein mit Hochwasser am Kulturwehr Kehl (Ortenaukreis) (Foto: SWR)

Sommerwetter erwartet

Hochwasserlage in Baden-Württemberg entspannt sich

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Das Hoch Dana sorgt in Baden-Württemberg in den kommenden Tagen für trockene und warme Luft. Das Hochwasser am Hoch- und Oberrhein sowie Bodensee geht langsam zurück.

Nach Hochwasser und Überschwemmungen in Baden-Württemberg entspannt sich die Lage allmählich. In den kleinen Gewässern sei das Hochwasser der vergangenen Tage bereits weitgehend abgeklungen, teilte die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) Baden-Württemberg am Montagmorgen mit. Im Bodensee stagnierten die Wasserstände, am Pegel Konstanz sei der Hochwasser-Meldewert noch geringfügig überschritten, hieß es. An Hoch- und Oberrhein sind die Wasserstände noch erhöht. An den Rheinpegeln Hauenstein (Kreis Waldshut)Kehl-Kronenhof (Ortenaukreis) und Maxau (Kreis Karlsruhe) sind die Hochwasser-Meldewerte den Angaben zufolge noch überschritten, die Wasserstände stagnieren beziehungsweise sinken jedoch.

Deutschland

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Rheinschifffahrt bei Karlsruhe wohl ab Freitag wieder möglich

Der Rhein-Pegel Maxau bei Karlsruhe erreichte am Montagmorgen noch 8,20 Meter, am Sonntagabend lag er noch bei 8,23 Meter. Das entspricht einem Hochwasser, wie es im statistischen Mittel nur alle zehn Jahre vorkommt. Erst in der Nacht zum Dienstag kann laut HVZ mit einem tatsächlichen Abfallen des Pegels gerechnet werden. 

Die Schifffahrt auf dem Rhein bei Karlsruhe könne demnach voraussichtlich ab Freitag wieder freigeben werden, hieß es. Der Schiffsverkehr auf dem Rhein war bereits in der Nacht zum Mittwoch teilweise eingestellt worden.

Kehl/Straßburg

Kulturwehr Kehl-Straßburg und Polder Altenheim Rheinpegel bei kritischer Marke: Polderflutung am Oberrhein erfolgreich

Wegen des steigenden Rheinpegels wurden das Kulturwehr Kehl-Straßburg und der Polder Altenheim (Ortenau) geflutet. Am frühen Sonntagabend Entwarnung.  mehr...

Polderflutung am Oberrhein erfolgreich

Wegen steigender Wasserstände am Rhein waren die Rückhalteräume Kulturwehr Kehl/Straßburg und Polder Altenheim (Ortenaukreis) geflutet worden. Am frühen Sonntagabend gab es Entwarnung, das Wasser wurde langsam wieder abgelassen.

Warnschilder aufgebaut. (Foto: SWR)
Hochwassergefahr am Rhein: In Neuried-Altenheim (Ortenaukreis) werden wegen des steigenden Flußpegels die Polder geflutet. Die Behörden hatten zuvor vorsorglich schon einmal Warnschilder aufgebaut.

Die beiden größten Hochwasserschutzanlagen am Oberrhein waren bis zur Hälfte gefüllt worden, das entspricht über 27 Millionen Kubikmeter Wasser. So ist es gelungen, die Dämme entlang des Rheins bis zur letzten Staustufe Iffezheim (Kreis Rastatt) zu entlasten. Nötig war zudem, den Polder Erstein auf der französischen Seite zu fluten.

Die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg habe gut funktioniert, hieß es. Zum Schutz von Mensch und Tier soll das Kulturwehr Kehl/Straßburg und der Polder Altenheim bis zur vollständigen Entleerung noch einige Tage abgesperrt bleiben.

Bodensee erreicht Hochwassergrenze

Die Wasserstände der Bäche, Flüsse und Seen in der Region Bodensee-Oberschwaben sinken wieder. Den Daten der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg zufolge sind die Wasserstände vor allem bei Flüssen teils stark zurückgegangen.

So sank der Wasserstand der Oberen Argen an der Messstelle Epplings bei Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg) von Donnerstag auf Sonntag von gut 2,50 Metern auf rund 60 Zentimeter. Kritisch bleibt der Pegelstand des Bodensees. Er lag Sonntagmorgen in Konstanz bei 4,80 Meter, was dem Hochwassermeldewert entspricht. Am Montagmorgen erreichte er den Wert von 4,83 Metern.

Die Situation sei trotzdem unproblematisch, so ein HVZ-Sprecher gegenüber dem SWR. Behörden und Rettungsdienste seien allerdings informiert. Das Technische Hilfswerk habe vorsorglich auch rund 1.500 Sandsäcke gefüllt. Die Landesanstalt für Umwelt prognostiziert für die kommenden Tage aber auch hier einen wetterbedingten Rückgang der Wassermassen.

Lörrach gleich mehrfach von Unwetter betroffen

Gewitter mit Starkregen hatten zuvor am Freitagabend in Südbaden für vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen gesorgt. Insbesondere im Kreis Lörrach habe es speziell in Lörrach und Weil am Rhein deshalb viele Notrufe gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag. Nun laufen die Aufräumarbeiten, alle Straßen konnten wieder freigegeben werden, so Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz (parteilos). Die Situation sei wieder normal, abgesehen von den nach wie vor vollgelaufenen Kellern.

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Von den Überschwemmungen war zwischenzeitlich auch die A98 zwischen Weil am Rhein und Kandern (Kreis Lörrach) betroffen. Die Fahrbahn sei am Freitagabend für etwa eine Stunde gesperrt worden. Bleibende Schäden entstanden den Angaben nach aber nicht. Verletzt wurde niemand.

"Ich bin schockiert vom Ausmaß der Schäden", hatte Lutz am Freitagabend gesagt. Er bot in besonderen Härtefällen die Unterstützung der Stadt an. Lutz dankte allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz in den letzten 48 Stunden. Die Region um Lörrach war bereits in der Nacht auf Freitag von heftigen Unwettern betroffen.

Im Video sehen Sie einen Rückblick auf die Unwetter-Ereignisse vom Freitag in Baden-Württemberg:

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Donaubahn bis Anfang kommender Woche außer Betrieb

Die Nutzer der Donaubahn müssen unterdessen weiter auf die Öffnung der durch massive Regenfälle gesperrten Strecke zwischen Ehingen und Munderkingen (beide Alb-Donau-Kreis) warten. Die seit vergangenen Donnerstag auf elf Kilometern unter- und überspülten Gleise sollten bis zum Montag wieder repariert sein. Doch nach Angaben der Südwestdeutschen Landesverkehrs-AG (SWEG) in Lahr (Ortenaukreis) von Montag dauern die Arbeiten noch bis Anfang kommender Woche. Ein Busnotverkehr ist eingerichtet. Die Donaubahn führt von Ulm nach Sigmaringen. Täglich sind 200 bis 300 Passagiere der SWEG von der Beeinträchtigung betroffen.

Aussichten: Trockenes und warmes Sommerwetter

Mittlerweile bestimmt das Hoch Dana über den Britischen Inseln mit trocken-warmer Luft unser Wetter. In Baden-Württemberg scheint am Montag häufig die Sonne bei 20 bis 29 Grad. Am sonnigsten ist laut Deutschem Wetterdienst der Nachmittag im südlichen Baden. Ansonsten gibt es neben Sonnenschein auch einige Quellwolken, es bleibt aber überall trocken. Die Spitzentemperaturen liegen am Montag zwischen 22 Grad auf der Albhochfläche und 29 Grad im Breisgau. Dazu weht schwacher bis mäßiger Nordostwind.

Am Dienstag erwarten die Meteorologinnen und Meteorologen für Baden-Württemberg wieder lange sonnige Phasen bei maximal 21 bis 27 Grad. Auch an den folgenden Tagen sonniges und trockenes Sommerwetter, dabei am Mittwoch 22 bis 28 Grad, am Donnerstag und Freitag noch etwas wärmer.

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