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Überraschende Einigung: Land und Hochschulen haben nach langwierigen Verhandlungen jetzt doch einen neuen Finanzierungsvertrag unterzeichnet. Es geht um zusätzlich 1,8 Milliarden Euro.

Das Land Baden-Württemberg und die Hochschulen hatten monatelang um die vertraglichen Details gerungen. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) teilte am Mittwoch mit: "Die Vereinbarung sieht vor, dass die Hochschulen bis 2025 einen verlässlichen finanziellen Aufwuchs von durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr erhalten." Insgesamt entspreche dies also zusätzlichen Mitteln für die Hochschulen von 1,8 Milliarden Euro für fünf Jahre.

Vertragsunterzeichnung läuft wegen Corona-Krise anders ab

Der Vertrag gilt für die staatlichen Hochschulen in Baden-Württemberg, an denen rund 330.000 Studierende eingeschrieben sind. Der derzeitige sogenannte Hochschulfinanzierungsvertrag gilt seit 2015 und läuft Ende 2020 aus. Der neue Vertrag wurde wegen der Corona-Krise anders als sonst im Umlaufverfahren und ohne Festakt unterzeichnet.

Kretschmann: Hochschulen entscheidend für zukünftige Herausforderungen

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nennt die Vereinbarung "ein klares Bekenntnis des Landes zu seinen Hochschulen." Die Hoschulen trügen wesentlich dazu bei, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.

Als Beispiele nannte er den Klimawandel, den Wandel in der Automobilindustrie und im Gesundheitswesen sowie die Corona-Pandemie. Die Hochschulen seien gleichermaßen Wirtschaftsfaktor und Innovationstreiber.

Die Hochschulen hatten wiederholt erklärt, sie seien unterfinanziert. Wenn nicht deutlich mehr Geld komme, seien Lehre, Forschung und letztlich Studienplätze gefährdet. Sie verwiesen etwa auf die stark gestiegenen Zahlen an Studierenden in den vergangenen 20 Jahren.

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