Blick auf den Hohlohsee mit seinem Moor im Naturschutzgebiet Kaltenbronn.

Einzigartige Naturlandschaft im Schwarzwald

Warum das Hochmoor Kaltenbronn in seiner Existenz bedroht ist

Stand
AUTOR/IN
Vanja Weingart
ONLINEFASSUNG
Andreas Böhnisch

Das Hochmoor Kaltenbronn gilt als eines der letzten intakten Moore in Deutschland. Auch wenn jetzt wieder genügend Wasser vorhanden ist, macht ihm der Klimawandel zu schaffen.

Das Hochmoor Kaltenbronn ist in seiner Existenz bedroht. Es leidet unter dem Klimawandel. Deshalb blickt Renate Fischer, stellvertretende Leiterin des Infozentrums Kaltenbronn, sorgenvoll zurück auf den trockenen Sommer 2022. "Die Torfmoose sind in der Hand zerbröselt. Das habe ich in den all den Jahren, die ich dort arbeite, noch nie erlebt." Nach dem Niederschlag der vergangenen Monate habe sich die Natur zwar wieder erholt, aber langfristig sieht sie das Hochmoor in seiner Existenz bedroht.

"Wenn es mehrere Jahre hintereinander einen so trockenen Sommer gibt, habe ich große Bedenken für das Moor."

Es sind vor allem die zurückgehenden Niederschlagsmengen auf dem Kaltenbronn, die langfristig Konsequenzen haben können. Normal seien immer 1.600 Millimeter pro Jahr gewesen. Von 2014 bis 2021 habe man im Durchschnitt nur noch 1.350 Millimeter gemessen. Ein Hochmoor benötige zum Überleben 900 Millimeter Niederschlag pro Jahr. "Wenn die Entwicklung so weitergeht, ist die Überlebensfähigkeit des Hochmoors nicht gewährleistet."

Wassersperren zum Schutz des Hochmoors Kaltenbronn

Besonders signifikant sei der Rückgang der Niederschlagsmengen im November und April. Gerade der ausbleibende Regen im Frühling fehle dann im Sommer. Deshalb seien im Hochmoor Kaltenbronn alle 30 Zentimeter Wassersperren geplant, sagt Renate Fischer. "Wir reden dann über mehrere tausend Sperren im gesamten Moorgebiet." Dadurch könne das Wasser nicht mehr abfließen und bleibe dem Hochmoor erhalten.

"Trocknen Moore aus, werden sie zu gigantischen CO2-Schleudern."

Klimaschutz: "Moore speichern gigantische Mengen an CO2"

Im Kampf gegen den Klimawandel spielen Moore eine entscheidende Rolle, gibt die stellvertretende Leiterin des Infozentrums Kaltenbronn zu bedenken. "Sie bedecken zwar nur drei Prozent der Erdoberfläche, speichern aber 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs." Das sei mehr als doppelt so viel wie alle Wälder dieser Erde.

Der CO2-reduzierende Effekt von Mooren bleibe jedoch nur erhalten, wenn sie in Takt sind. Das Hochmoor Kaltenbronn ist 10.000 Jahre alt. Sollte es austrocknen, würde der dort gebundene Kohlenstoff in kurzer Zeit freigesetzt. "Deshalb müssen wir etwas tun, um die Moore zu erhalten", bilanziert Renate Fischer.

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