Ein Thermometer an einer Hauswand klettert am Nachmittag in Richtung der 40-Grad-Marke. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Temperaturen bis zu 40 Grad

Es wird richtig heiß: Hitze trifft Baden-Württemberg in zwei Phasen - Neuer Rekord?

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Oliver Linsenmaier
Bild von Oliver Linsenmaier (Foto: privat)

In den kommenden acht Tagen gehen die Temperaturen in BW stark nach oben. Auch die 40-Grad-Marke könnte geknackt werden. Die Waldbrandgefahr in vielen Regionen steigt schon jetzt.

In Baden-Württemberg wird es in den kommenden Tagen sehr heiß. Bereits am Dienstag gab es einen kleinen Vorgeschmack: In manchen Teilen des Landes wurden mehr als 30 Grad erreicht. Am Mittwoch steigen die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auf bis zu 34 Grad bei Freiburg und im südlichen Rheintal. Am Donnerstag können es örtlich auch 36 Grad werden

Keine Tropennächte in dieser Woche

Auf der Schwäbischen Alb und im Bergland bleibt es dagegen angenehm. Doch auch hier sind bis zu 28 Grad möglich. Auf Tropennächte, in denen es nicht kühler als 20 Grad wird, müssen sich die Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger aber noch nicht einstellen. Nachts kühlt es noch auf 18 bis 11 Grad ab.

Was die Hitze für manche Flüsse im Land bedeutet, zeigt sich an der Dreisam. Sie ist teilweise schon ausgetrocknet. Für Fische und Insekten hat das katrastrophale Folgen. Doch es gibt Möglichkeiten, die Auswirkungen für die Tiere abzufedern:

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40-Grad-Marke könnte in BW fallen

Gegen Ende der Woche und am Samstag ist es zwar weiter sommerlich, es wird aber nicht mehr ganz so heiß. Der Regen bleibt allerdings aus. Meist liegt die Temperatur unter 30 Grad. Das ändert sich dann wieder am Sonntag, bevor es am Montag und Dienstag im ganzen Land extrem heiß wird. Dann könnte mancherorts auch die 40-Grad-Marke fallen. "Die Luft ist schon sehr warm und braucht nicht mehr so viel Energie zum Aufheizen", sagt SWR-Wetterexperte Michael Kost.

"Dass an dem ein oder anderen Ort die 40 Grad geknackt werden, ist durchaus möglich."

Gerade am Kaiserstuhl und im Kraichgau, wo es ohnehin fast immer warm ist, dürfte es "sicher wieder knackig" werden, meint Kost. Im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und am Bodensee, der eine regulierende Wirkung habe, wird es dagegen wohl nicht ganz so heiß.

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Wetterexperte: Längere Vorhersagen schwierig

Dabei betont Kost, dass alle Wetterprognosen, die über drei bis vier Tage hinausgehen, schwierig seien. Eine Tendenz sei klar erkennbar, doch müsse man bei diesen Modellen vorsichtig sein. "Jeder Wetterdienst will bei Extremwetter der erste sein", sagt Kost. Dass es sehr heiß werden dürfte, sei aber schon richtig.

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Bundesweiter Hitze-Rekord in Nordrhein-Westfalen?

Die bundesweiten Spitzenwerte dürften in den nächsten Tagen wahrscheinlich nicht in Baden-Württemberg, sondern eher in Nordrhein-Westfalen erreicht werden. Manche Modelle weisen für den Westen Deutschlands in der kommenden Woche bis zu 45 Grad aus. ARD-Meteorologe Karsten Schwanke schreibt auf Twitter, dass er 45 Grad in 30 bis 40 Jahren in Deutschland für möglich gehalten hätte. Nun weist sein Modell bereits für den 19. Juli diesen Jahres 45 Grad aus.

Nach den Rekorden vom Juli 2019 mit mehr als 41 °C im Westen Deutschlands hielt ich es durchaus für möglich, dass wir in 30 ... 40 Jahren auch 45 °C erleben könnten. Und jetzt das: 45 Grad in der Vorhersage für Dienstag, d. 19. Juli 2022 (GFS-Modell). (1/x) https://t.co/WCPnpOsV86

Schwanke schreibt aber auch, dass die 45 Grad "längst nicht sicher" seien. Doch sieht er zumindest das Potential für solche Temperaturen.

ZDF-Meterologe hat solche Modelle für Deutschland noch nie gesehen

Auch ZDF-Meterologe Özden Terli schreibt bei Twitter, dass man erst einmal abwarten müsse. Allerdings könnte das Wetter in der Woche vom 18. Juli extrem werden: "Mit all der gebotenen Ruhe, denn es ist noch über eine Woche hin, aber ich habe noch nie solche Temperaturen für Deutschland in einem Wettermodell gesehen!"

Mit all der gebotenen Ruhe, denn es ist noch über eine Woche hin, aber ich habe noch nie solche Temperaturen für Deutschland in einem Wettermodell gesehen! Das ist absolut extrem, aber nochmal - abwarten! Das wäre keine Schlagzeile von heute aus gesehen. #Klimakrise @wxcharts https://t.co/86uMh3lSYd

Außerdem ist auch noch nicht ganz klar, wie es nach eben diesen besonders heißen Tagen weitergeht. Doch wahrscheinlich wird es etwas abkühlen, aber weiterhin sommerlich mit Temperaturen um die 30 Grad bleiben.

Wenn es im Land extrem heiß wird, sind ausgefallene Orte zum Abkühlen besonders beliebt. Hier gibt es eine kleine Auswahl für Baden-Württemberg:

Die Dreisam in Freiburg an einem heißen Sommertag. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance  dpa  Patrick Seeger)
Für alle Freiburgerinnen und Freiburger ist das selbstverständlich: Die Dreisam bietet aufgrund ihres niedrigen Wasserspiegels im Sommer immer die Möglichkeit einer Abkühlung, da man sich entspannt in den Fluss legen kann. picture alliance dpa Patrick Seeger Bild in Detailansicht öffnen
Hoch hinaus können die Besucherinnen und Besucher des Baumwipfelpfades und der Hängebrücke in Bad Wildbad (Kreis Calw). Zwar gibt es hier oben kaum Schatten, doch sorgt der umliegende Schwarzwald für eine kühle Brise. picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner-Pressefoto/Kuhnle Bild in Detailansicht öffnen
Und natürlich dürfen auch die vielen Badeseen im Land nicht fehlen. Denn wie hier am Epplesee bei Rheinstetten (Kreis Karlsruhe) braucht es nur ein paar Schritte ins kühle Nass. picture alliance/dpa | Christoph Schmidt Bild in Detailansicht öffnen
Auch wenn es auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich scheint: Im Ulmer Münster kann man inmitten der aufgeheizten Stadt Zuflucht vor der Hitze suchen. Das gilt natürlich auch für fast alle anderen Kirchen in Baden-Württemberg. Felix Budde Bild in Detailansicht öffnen
Im Biosphärengebiet Schwäbische Alb kann man auf der Lauter bei Münsingen (Kreis Reutlingen) Kanu fahren. Das geht natürlich auch auf vielen anderen Flüssen im Land, wie beispielsweise der Schussen oder der Argen in Oberschwaben, dem Bodenseekreis und im Allgäu. Das Praktische dabei: Wenn es zu warm wird, muss man nur kurz die Füße ins Wasser halten. Thomas Warnack Bild in Detailansicht öffnen
Das geht natürlich nur hoch zu Ross: Reiterinnen und Reiter sind bei Riedlingen (Biberach) auch gerne mal in der Donau unterwegs. picture alliance/Thomas Warnack/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Bei großer Hitze kühlen sich gerade Kinder und Jugendliche gerne in städtischen Brunnen ab, so wie hier vor dem Karlsruher Schloss. Doch natürlich finden diese sich auch in anderen Städten, wie beispielsweise auf dem Schlossplatz in Stuttgart. picture-alliance / dpa | Uli_Deck Bild in Detailansicht öffnen
Auch auf die Burg Hohenzollern (Zollernalbkreis) lohnt sich bei der Hitze ein Ausflug. Schließlich speichern die alten Gemäuer immer eine gewisse Kühle und dank der Bäume gibt es auch genügend Schatten. picture alliance/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Zugegeben: Für den Wasserskipark in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) muss man ein bisschen sportlich sein. Der Vorteil, wenn es an Sportlichkeit fehlt: Man landet ganz sanft im kühlen Nass des ehemaligen Baggersees. picture alliance / dpa | Felix Kästle Bild in Detailansicht öffnen
Die Höhlen auf der Schwäbischen Alb können zwar teilweise etwas stickig sein, doch meist ist es dort recht angenehm. Unser Bild zeigt die "Hohle Fels" bei Schelklingen (Alb-Donau-Kreis). picture alliance / Stefan Puchner/dpa | Stefan Puchner Bild in Detailansicht öffnen
Auch wenn das wahrlich kein Geheimtipp ist, darf natürlich auch der Bodensee nicht fehlen. Aktuell hat er angenehme 21,6 Grad Celsius - perfekt zum Baden. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Kneippanlagen sind kleine Geheimtipps, an denen man sich kurz abkühlen kann. Das Waten durchs kalte Wasser gilt zudem als sehr gesund. Im Land gibt es zahlreiche Anlagen, wie hier in Leutkirch (Kreis Ravensburg), aber auch in Mannheim im Käfertaler Wald oder am Brenzursprung in Königsbonn (Kreis Heidenheim). Bild in Detailansicht öffnen
Ob auf dem Feldberg oder dem Herzogenhorn, von dem das Bild aus aufgenommen wurde: Die höchsten Gipfel des Schwarzwaldes lohnen sich zur Abkühlung immer. picture alliance / Zoonar | Jürgen Wiesler Bild in Detailansicht öffnen

Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg sehr hoch

Problematisch könnte die Hitze - gerade wenn Regenfälle wie vorhergesagt ausbleiben - besonders für die Wälder werden. In Baden-Baden, Rheinstetten oder Waghäusel (beide Kreis Karlsruhe) wird laut DWD bereits ab Mittwoch (13.7.) die fünfte und damit höchste Warnstufe des Waldbrandgefahrenindex erreicht. Im Hardtwald bei Waghäusel-Kirrlach sollen daher sämtliche Grillplätze wegen Feuergefahr gesperrt werden. Die Forstbehörden des Landkreises arbeiten an einer entsprechenden Verordnung. Ähnliches gilt für den Landkreis Emmendingen. Auch hier darf ab Mittwoch auf Grund der Brandgefahr kein Feuer gemacht werden. Außerdem unterstreicht das Landratsamt, dass im Wald grundsätzlich von März bis Oktober nicht geraucht werden darf.

In Freiburg, Singen (Kreis Konstanz) oder am Stuttgarter Flughafen könnte die höchste Warnstufe laut Index am Donnerstag (14.7.) erreicht werden. Auch im Rest von Baden-Württemberg kann die Waldbrandgefahr an diesen beiden Tagen sehr hoch sein (Stufe vier von fünf).

Wie dieser SWR-Beitrag aus dem Juni zeigt, ist das mittlerweile auch in Baden-Württemberg ein großes Problem:

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Gebrannt hat es in dieser Woche bereits in einem Waldstück bei Schramberg (Kreis Rottweil). Am Montagabend stand eine "größere Fläche" Wald in Brand, wie die Feuerwehr mitteilte. Es sei rasch gelungen, das Ausbreiten des Feuers zu stoppen und den Brand zu löschen. Brandstiftung als Ursache ist laut Polizei zumindest nicht auszuschließen.

Lauterbach warnt vor vielen Todesopfern durch Hitzewelle

Und auch für die Bürgerinnen und Bürger im Land dürfte die Hitze zu einer großen Belastungsprobe werden. So warnte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) unlängst auf Twitter, dass man ältere und kranke Menschen vor der Hitze schützen müsse. "Diese Hitzewelle könnte viele Todesopfer bringen", schrieb er und nahm das Thema Flüssigkeitsaufnahme in den Blick.

Wir müssen jetzt schon damit beginnen, ältere und kranke Menschen vor der Mega Hitzewelle zu schützen. Vorräte an Flüssigkeit, Ventilatoren, über die Bedeutung von Flüssigkeitkeitszufuhr reden. Erreichbar sein. Diese Hitzewelle könnte viele Todesopfer bringen. https://t.co/mF4sW3kYhK

Ein höheres Risiko besteht laut Landesgesundheitsministerium für "Personen mit einer eingeschränkten Anpassungskapazität". Konkret bedeutet das: Säuglinge und kleine Kinder, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sowie ältere und pflegebedürftige Personen sind besonders gefährdet.

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