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Nach der Schließung wegen der Corona-Krise bangen viele Gaststätten und Hotels um ihre Existenz. Ein spezielles Hilfspaket des Landes ließ auf sich warten - nun soll Geld fließen.

Am Dienstag hat die baden-württembergische Landesregierung Hilfen für Hotels und Gaststätten beschlossen. Bis zu 330 Millionen Euro sollen in den nächsten Monaten als "Stabilisierungshilfe" fließen.

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Erst Mitte Mai durfte die Gastronomie in Baden-Württemberg schrittweise wieder öffnen. (Archivbild) Picture Alliance

Bis zu 3.000 Euro pro Betrieb

Im Anschluss an das Soforthilfeprogramm können Betriebe einmalig bis zu 3.000 Euro vom Land bekommen. Für jeden Mitarbeiter, den sie in Vollzeit beschäftigen, können sie weitere 2.000 Euro beantragen. Insgesamt für einen Zeitraum von höchstens drei Monaten.

Anträge ab kommender Woche möglich

Ziel sei es, dass bereits ab kommender Woche erste Anträge gestellt werden können, so Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Die Industrie- und Handelskammer ist dann für die Vorprüfung der Anträge zuständig, die L-Bank für die weitere Bearbeitung und Auszahlung.

Grüne waren zunächst skeptisch

Grüne und CDU haben seit Wochen um das Hilfspaket gerungen. Die Grünen waren skeptisch, weil auch die Bundesregierung Überbrückungshilfen für die Branche plant und Baden-Württemberg dann mit einem eigenen Förderprogramm womöglich weniger Geld vom Bund bekommen könnte. Jetzt soll das CDU-geführte Wirtschaftsministerium beide Hilfsprogramme aufeinander abstimmen.

Starker Umsatzeinbruch durch Corona-Krise

Laut Umfrage des baden-württembergischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) von Anfang Juni sind die Umsätze allein bei den Hotels seit Beginn der Corona-Krise um 83 Prozent eingebrochen. Aufs gesamte Jahr 2020 bezogen rechnen die Betriebe demnach mit einem Umsatzrückgang von fast zwei Dritteln. Für den Branchenverband ein Alarmzeichen: "Wenn wir eine große Pleitewelle im Gastgewerbe noch abwenden wollen, müssen von Land und Bund zusätzliche Hilfen in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen kommen", sagte damals schon Dehoga-Chef Fritz Engelhardt.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Hotel-und Gaststättenverband sieht Lage ohne Hilfen kritisch

Laut dem deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Baden-Württemberg ist die Lage in der Hotel- und Gaststättenbranche nach wie vor angespannt, das teilte Pressesprecher Daniel Ohl am Dienstag mit. Zwar sei man über Lockerungen, wie die Möglichkeit, wieder mit mehreren Personen im Restaurants zusammenkommen zu können, erfreut. Aus einer Umfragen gehe jedoch hervor, dass durch die Abstandsregelungen nahezu jeder zweite Platz in Restaurants verloren gehe, so Ohl im SWR-Interview.

Viele Betriebe seien so nicht in der Lage wieder wirtschaftlich zu arbeiten. Die Kosten blieben zwar bestehen, die Umsätze stiegen aber nicht an.

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