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Die Situation in den Hochwassergebieten von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist immer noch katastrophal. Baden-Württemberg hilft mit Rettungskräften und Material.

In den Katastrophengebieten von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist die Lage nach wie vor schwierig. Immer noch werden viele Menschen vermisst, Gebäude müssen evakuiert und Straßen von Schutt und Schlamm geräumt werden. Das Land Baden-Württemberg hat die Unterstützung für das Nachbarland Rheinland-Pfalz inzwischen deutlich ausgeweitet, teilte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag mit.

Weitere 600 Einsatzkräfte von Sanitätsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk seien am Donnerstagabend und in der Nacht in die Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz entsandt worden. Höhenretter, Hochwasserspezialisten und Hubschrauber seien dabei.

Stuttgart

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Einsatzkräfte aus vielen Regionen in Baden-Württemberg ausgerückt

Mittlerweile sind Helferinnen und Helfer aus vielen Regionen des Landes bei den Bergungs- und Aufräumarbeiten in der betroffenen Regionen dabei. Aus Karlsruhe seien am Freitag etwa weitere 20 Einsatzkräfte mit fünf Fahrzeugen der freiwilligen Feuerwehren aus den Stadtteile Knielingen und Neureut entsendet worden. Auch Rettungskräfte verschiedenster Organisationen aus der Rhein-Neckar-Region sind ebenfalls in den Krisengebieten unterwegs. Einsatzkräfte aus Heidelberg und Ulm sowie dem Ostalbkreis sind in den Landkreis Ahrweiler aufgebrochen.

Auch Feuerwehren und Höhenretter aus dem Raum Stuttgart sind in Trier. Die Feuerwehr in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) geht davon aus, dass es einer der längsten Einsatzfahrten ihrer Geschichte wird. Die Feuerwehrleute sollen ihre Kolleginnen und Kollegen in Rheinland-Pfalz entlasten. Diese waren zum Teil über 24 Stunden im Einsatz. Hilfe für den Kreis Trier-Saarburg kommt auch aus dem Nordschwarzwald. Feuerwehrleute aus dem Kreis Calw sind am Donnerstagabend in das Überschwemmungsgebiet gestartet. Die Einsatzkräfte haben Boote, Notstromaggregate, Pumpen, Schlauchmaterial und Sandsäcke im Gepäck.

Braunsbach: "Wir können uns in die Menschen hineinversetzen"

Die Gemeinde Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) ist im Mai 2016 von einer Flutwelle überschwemmt worden. Wie durch ein Wunder wurde damals niemand verletzt oder getötet. Aber noch heute prägt die Naturkatastrophe die kleine Gemeinde in Baden-Württemberg, die sofort nach nach der Katastrophe von 2016 mit dem Wiederaufbau begonnen hat. Mittlerweile seien rund 60 Millionen Euro investiert worden, sagte Bürgermeister Frank Harsch (parteilos).

Die Bilder aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz habe man natürlich auch in Braunsbach gesehen, so Harsch gegenüber dem SWR. Er habe sich sofort in die Menschen vor Ort und in die Verantwortlichen hineinversetzen können. Braunsbach stehe jetzt bereit, wenn in den Unwettergebieten Gerät oder Know-how benötigt werde, sagte der Braunsbacher Bürgermeister dem SWR.

Braunsbach

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Malteser Hilfsdienst hilft bei Evakuierungen

Auch elf Krankentransportfahrzeuge der Malteser aus Baden-Württemberg haben sich auf den Weg ins Katastrophengebiet im Kreis Ahrweiler gemacht. Das teilte der Hilfsdienst mit. Die Helferinnen und Helfer unterstützen bei der Evakuierung von Krankenhäusern und Pflege- und Altenheimen.

Hochwasserhilfe der Malteser (Foto: dpa Bildfunk, dpa / Foto: Fabian Strauch)
Eine Mitarbeiterin der Malteser lädt Kartons mit Hygienerartikeln von einem Laster der Malteser. Der Katastrophenschutz versorgt die Betroffenen in den Turnhallen. dpa / Foto: Fabian Strauch

"Es ist für uns selbstverständlich, in dieser schwierigen Situation sofort länderübergreifend zu helfen und Solidarität zu zeigen. Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Betroffenen."

Vier Einsatzfahrzeuge aus Oberschwaben im Hochwassergebiet

Auch Helferinnen und Helfer des Deutschen Rote Kreuzes (DRK) und der Johanniter aus Oberschwaben sind im Auftrag des Innenministeriums am Donnerstagabend nach Rheinland-Pfalz aufgebrochen. Nach Angaben des DRK in Ravensburg wurden zwölf Rettungskräfte in vier Einsatzfahrzeugen losgeschickt. "Wir mussten sehr schnell sein", so der Ravensburger DRK-Kreisgeschäftsführer Gerhard Krayss. In der Nacht hatten die Rettungskräfte aus Oberschwaben bereits zwei Einsätze im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Private Spenden- und Hilfsbereitschaft ist groß

Immer mehr Privatleute wollen den Betroffenen in den Katastrophengebieten helfen. Viele von ihnen haben sich beim SWR gemeldet und nachgefragt, was sie tun können.

Hier finden Sie Spendenkonten und Hilfsmöglichkeiten:

Bad Neuenahr-Ahrweiler

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