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Die Zuckerrübenernte ist nach Angaben des Verbands Baden-Württembergischer Zuckerrübenanbauer enttäuschend ausgefallen - obwohl die Erntemenge höher war als im Vorjahr.

Das Problem ist der niedrige Zuckergehalt. Der lag nach Angaben des Verbands bei der aktuellen Ernte bei rund 16 Prozent, üblich seien aber 18, sagte Verbands-Geschäftsführer Julian Müller der Deutschen Presse-Agentur.

Bakterielle Krankheit der Zuckerrüben

Grund für den geringen Zuckergehalt seien Krankheiten, die die Bauern mangels zugelassener Wirkstoffe kaum bekämpfen konnten. Die Schilf-Glasflügel-Zikade übertrage eine bakterielle Krankheit auf die Zuckerrübe. Infolgedessen könnten die Pflanzen nicht mehr so viel Zucker einlagern. Eine weitere Ursache war das teilweise zu feuchte Wetter der vergangenen Saison, sagte ein Südzucker-Sprecher dem SWR.

Durchschnittliche Ernte im Offenauer Werk

Im Offenauer Südzucker-Werk (Kreis Heilbronn) wurden die letzten Zuckerrüben am 5. Januar angeliefert. Die Kampagne dauerte 111 Tage mit einem Ertrag von gut 81 Tonnen pro Hektar. Landesweit lag der Ertrag nach Verbandsangaben bei 81,3 Tonnen. Das sind knapp 20 Tonnen mehr als im Vorjahr, als Trockenheit die Ernte schmälerte.

Das Werk in Offenau ist das einzige verbliebene Werk des weltgrößten Zuckerproduzenten in Baden-Württemberg. Dort werden Feinzucker und Puderzucker hergestellt. Der Mannheimer Konzern Südzucker kämpft seit dem Wegfall der EU-Zuckermarktverordnung mit fallenden Zuckerpreisen. Im Südwesten gibt es rund 2.300 Rübenanbauer.

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