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Vertreter der Parteien aus der Region Heilbronn-Franken haben im Vorfeld der Landtagswahl Zerstörungen ihrer Wahlplakate beklagt. Viele Plakate seien wiederholt beschädigt, mit Farbe besprüht oder heruntergerissen worden.

Ein rotes X übers Gesicht gesprüht, Schnurrbart oder Brille dazu gemalt oder das Wahlplakat gleich ganz zerstört und weggerissen - in den Tagen und Wochen vor der Landtagswahl geht es den Wahlplakaten der Parteien oft an den Kragen.

Plakate werden gestohlen

Die Wahl 2021 breche alle Rekorde, sagte Rainer Podeswa, Landtagskandidat der AfD für den Wahlkreis Eppingen (Kreis Heilbronn) dem SWR.

"Wir haben in den vergangenen Jahren eigentlich immer bis zu 50 Prozent der Wahlplakate verloren. In diesem Jahr ist es deutlich schlimmer geworden. Neben dem üblichen Vandalismus wurde sogar einfach ein Drittel von gut 2.500 Plakaten gestohlen."

Rainer Podeswa, AfD-Landtagskandidat aus Eppingen

Er müsse mehrmals die Woche nachplakatieren, so Rainer Podeswa. Genauso gehe es vielen, meist ehrenamtlichen Helfern. In Leingarten (Kreis Heilbronn) seien den Angaben der Grünen zufolge 16 von insgesamt 20 Plakaten verschwunden - drei Tage, nachdem sie aufgehängt wurden. Das sei nicht nur ärgerlich, sondern koste auch viel Geld.

Mehrere Wahlplakate in Heilbronn zur Landtagswahl (Foto: SWR)
Die Wahlplakate zur Landtagswahl (hier in Heilbronn) bieten viel Fläche für Vandalismus. Diese hier sind (noch) unberührt.

Plakat-Vandalismus nicht schlimmer geworden

Dennoch, so die Einschätzung anderer Parteien, hätten sich die Zerstörungen im Vergleich zu Wahlen in früheren Jahren nicht verschlimmert. Ein Grund dafür könnten eventuell der Lockdown und die abendliche Ausgangssperre gewesen sein, so die Mutmaßung von Thomas Randecker von der CDU-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat.

"Die Beschädigungen unserer Plakate sind meist nicht politisch motiviert. Es sind Streiche von Jugendlichen, die meinen, die Gesichter verschönern zu müssen."

Thomas Randecker, CDU-Fraktionsvorsitzender im Heilbronner Gemeinderat

Demokratische Auseinandersetzung müsse anhand von Argumenten geführt werden, so Randeckers Meinung, die Zerstörung von Wahlplakaten gehöre sich nicht.

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