Wochenrückblick KW 36 (Foto: SWR, Quelle IAA Foto: Audi)

Darüber spricht die Region Heilbronn-Franken

Wochenrückblick: Null Emissionen, null Promille, null Verständnis für Steinewerfer

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AUTOR/IN
Peter Wedig

Audi macht auf der IAA auf Elektro, zwei Jungs kommen auch ohne Motor voran und der Wein hat gar keine Umdrehungen - das alles im Wochenrückblick für die Region Heilbronn.

Hi in die Runde, ich bin Peter Wedig vom SWR Studio Heilbronn. Wir schauen mal zusammen, was diese Woche die Region bewegt oder nicht bewegt hat – im ganz wörtlichen Sinne. Danach braucht es aber erst einmal was zu trinken - ganz ohne Kater am nächsten Morgen. In diesem Sinne, die Themen:

Mobil in Heilbronn und weit drüber hinaus - ohne Emissionen

In Heilbronn-Franken stehen die Zeichen auf emissionsfreier Mobilität - den Eindruck hat man zumindest diese Woche bekommen. Car-Sharing mit E-Fahrzeugen, Audi zeigt E-Autos auf der IAA oder ganz altmodisch per Fahrrad - ein Rundumschlag:

Audi auf der IAA (Foto: Audi)
Die Internationale Automobil-Ausstellung IAA geht noch bis zum 10. September in München.

Los geht es auf der IAA, der Internationalen Automobil-Ausstellung in München. Und da gibt es nicht nur einen Bundeskanzler mit Augenklappe, sondern auch jede Menge Optimismus für das Neckarsulmer Audi-Werk. Zwar sieht Werkleiter Fred Schulze eine starke Konkurrenz aus China, aber die ist für ihn erst recht ein Ansporn, sagt er. Im Mittelpunkt steht auf der IAA unter anderem der Q6 e-tron und auch das Thema Digitalisierung spielt eine große Rolle.

Die Audi-Belegschaft sitzt immer noch auf glühenden Kohlen, welche Modelle denn in Zukunft in Neckarsulm produziert werden sollen. Da ist laut Schulze immerhin mit einer Entscheidung in den nächsten Wochen zu rechnen. Vor Kurzem wurde im Konzern genau festgelegt, welche Modelle es in Zukunft gibt. Jetzt gehen die Absprachen los, welches Werk wie zum Zug kommt. Neckarsulm soll bei der Wahl auf jeden Fall gut in die Roadmap von Audi passen, ab 2026 nur noch neue Modelle mit rein elektrischem Antrieb auf den Markt zu bringen. Bis dahin heißt es ab 2024, dass erst mal der neue Audi A5 und A7 vom Band laufen wird.

Tag 1 für Adrian Luksch und Friedrich Polzin auf ihrer Spenden-Radtour für das Kinderhospiz (Foto: Newsletter Hauptstädte fürs Kinderhospiz von Adrian Luksch und Friedrich Polzin)
Ganz ohne Motor - aber das sieht man den beiden dann doch auch an: Adrian Luksch und Friedrich Polzin auf ihrer Spendenrundfahrt.

Aber nicht nur die IAA ist in München: Sondern da waren am Sonntag auch zwei Jungs mit ihren Fahrrädern, ganz altmodisch ohne Motor. Ihr erklärtes Ziel: Alle Landeshauptstädte abklappern und dabei so viele Spenden wie möglich einsammeln. Die Rundfahrt ist eine Aktion für das ambulante Kinderhospiz (AKI) in Schwäbisch Hall. Am 2. September ging es los, 16 Tage haben Adrian Luksch und Friedrich Polzin vor sich. In Schwäbisch Hall war der Start, München war nach Stuttgart das zweite Etappenziel.

Wenn ihr immer auf dem Laufenden bleiben wollt, wie weit die beiden gekommen sind, dann schaut einfach hier vorbei:

Zugegeben, das war nicht diese Woche, aber es passt gut zum Thema: Schaut man über die Stadtgrenzen hinaus, dann geht es dort mit der Elektrifizierung ebenfalls voran und zwar beim Carsharing. "mobile inclusive" nennt sich das Projekt und bietet in den Kommunen Wüstenrot, Obersulm, Löwenstein (alle Kreis Heilbronn) und Mainhardt (Kreis Schwäbisch Hall) E-Autos zum Mieten an.

Der Vollständigkeit halber sei natürlich noch eine weitere emissionsfreie Fortbewegungsart erwähnt: die E-Scooter. Da hatte meine Kollegin Julianne Pyper letzte Woche gefragt, wie aktiv ihr die E-Scooter nutzt. Und die Bilanz ist ziemlich eindeutig: Nur 1,6 Prozent (!) nutzen die Dinger überhaupt regelmäßig. 71,9 Prozent gehen sie auf den Keks, dem Rest sind sie einfach egal. Die Umfrage stellt allerdings nur ein Meinungsbild dar und ist nicht repräsentativ.

Achja, und war da nicht noch was mit der Bahn? Wer da jetzt auf irgendwelche Überraschungen hofft, den muss ich enttäuschen. Aber wer sich das Thema noch mal zu Gemüte führen will, das haben die Kollegen in diesem Film zusammengefasst:

Video herunterladen (81,4 MB | MP4)

Wer sich den Bahnfrust - oder natürlich auch positive Erlebnisse - mal von der Seele schreiben will, hat dazu bis zum 19. September noch die Möglichkeit, bei der Mitmachaktion #besserBahnfahren.

Über Heilbronn als die abgehängte Großstadt haben SWR4 Baden-Württemberg aus dem Studio Heilbronn und SWR Aktuell am 4. September 2023 berichtet, über die Spendenfahrer am 3. und 4. September, über die IAA am 5. September.

Schock für Autofahrer: Unbekannte werfen Schilder von einer Brücke

Nach einer solchen Meldung schielt man als Autofahrer bei jeder Brücke zweimal, ob da nicht jemand Verdächtiges oben steht: Am Sonntag haben Unbekannte Gegenstände von einer Brücke in Neckarsulm runter auf die B27 geworfen.

Die Unbekannten haben mit Verkehrsschildern, Steinen, Warnbaken und sonstigem Zubehör geworfen. Zwei Autos wurden getroffen, die Windschutzscheiben beschädigt, zum Glück für die Fahrer jedoch nicht durchschlagen. Für jeden, der sich in Zukunft Sorgen macht, habe ich mal bei der Polizei Heilbronn gefragt, wie man in einer solchen Situation reagieren sollte.

  • Auf keinen Fall eine Vollbremsung einlegen oder riskante Ausweichmanöver durchführen, wenn man jemanden auf einer Brücke sieht. Aufmerksam und ruhig fahren, bei Unsicherheit die Geschwindigkeit reduzieren.
  • Werden sogenannte "Steinewerfer" beobachtet, umgehend die Polizei verständigen. Die kann Maßnahmen einleiten und per Radio warnen.
  • Wird die Scheibe getroffen, keine hektischen Fahrmanöver durchführen. Geschwindigkeit reduzieren, nächste Anhaltemöglichkeit nutzen. Danach sofort Polizei verständigen.
  • Auch wenn man mögliche Täterinnen und Täter sieht, als Fahrender auf den Verkehr konzentrieren. Mitfahrende können natürlich Ausschau halten für einen Personenbeschreibung.
  • Die Polizei wird sich auch darum kümmern, die Gegenstände von der Fahrbahn zu räumen. Oberste Prämisse ist, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Warndreieck aufstellen und Warnblinker einschalten.
  • Schäden oder geworfene Objekte nicht verändern - das ist ein Fall für die Spurensicherung.

Gibt es eigentlich irgendwelche bestimmten Sicherungen, um sowas zu verhindern? Kurze Antwort: Nein. Beim Landratsamt nachgefragt zeigt sich, dass es zwar natürlich genaue Vorschriften und Richtlinien für Brückengeländer gibt. Allerdings berücksichtigen diese nicht den Fall, dass jemand etwas herunterwerfen will. Ausnahme sind nur Brücken über Schienentrassen, da muss speziell gesichert sein, dass niemand an die Stromleitungen herankommt.

Die Polizei sucht übrigens weiter Zeugen. Einen Trost gibt es aber auch: Solche Fälle kommen laut Polizei nur recht selten vor. Für 2023 sind in der Region erst drei Fälle registriert, und da ist der Fall in Neckarsulm bereits eingerechnet. In einem anderen Fall ging es dabei um Kinder in Künzelsau (Hohenlohekreis), die Steine auf Autos geworfen haben. Ebenfalls im April vermutete eine Autofahrerin, ihr Auto sei auf der A81 von einem Stein beschädigt worden. Allerdings konnte hier die Polizei nicht sicher feststellen, ob der Stein geworfen wurde oder beispielsweise von einem Lkw gefallen ist oder aufgewirbelt wurde.

Was geworfen wurde, kann später strafrechtlich auch eine wichtige Rolle spielen, sagt die Polizei Heilbronn. Zwar gibt es hier keine pauschale Einteilung, aber im im Fall von Neckarsulm ermittelt sie wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Über den Vorfall hat SWR4 Baden-Württemberg aus dem Studio Heilbronn am 3. und 4. September 2023 berichtet.

Der Weindurst lässt nach - oder nur der Durst auf Alkohol?

Die Ferienzeit geht zu Ende, für Schülerinnen und Schüler geht der Arbeitsalltag los. Doch zum Trost gibt's noch das Heilbronner Weindorf – ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang vermutet. Dabei hat die hiesige Weinbranche erst zum Wochenstart verkündet: Der Druck wächst!

Weingläser und eine Hand mit einer Flasche Wein in Abendsonne, Symbolbild zu Veranstaltungstipps (Foto: dpa Bildfunk, Ingo Wagner)
Heilbronn-Franken trinkt weniger Wein - und wenn doch, wird gerne zum Billigprodukt gegriffen.

Zwar war man mit dem Geschäftsjahr 2022 zufrieden, obwohl man hier auch ein Minus hinnehmen musste. Doch die Zahl hinter dem Minus war immerhin deutlich kleiner als im Rest der Bundesrepublik. Erfolg hängt halt immer davon ab, womit man sich vergleicht.

Ein Trend kam dabei übrigens raus: Die alkoholfreien Weine legen zu! Die Genossenschaftskellerei reagiere auf die Veränderungen im Markt, man gehe etwa mehr in Richtung "alkoholfreie Range" mit den sogenannten "Zero-Produkten". Anders als bei Soft-Drinks sind damit aber nicht die Kalorien gemeint.

Ich hab so die Vermutung, an dem Thema scheiden sich die Geister - daher einfach mal gefragt:

Die Abstimmung ist bereits beendet.

Alkoholfreier Wein - Top oder Flop?

  • Äh, was? Schmeckt das? 27,3%
  • Find ich gut. Dann können Fahrerin oder Fahrer mit anstoßen. 63,6%
  • Nee, also bitte, ohne Kater macht so ein trockener Roter keinen Spaß. 9,1%

Hinweis: Das Abstimmungsergebnis zeigt ein Meinungsbild unserer Nutzer*innen und ist nicht repräsentativ.

Wer sich jetzt fragt, ob das wohl schmeckt: Die Kollegen von Marktcheck haben sich das vor einer Weile mal genauer angeschaut:

Marktcheck: Alkoholfreier Wein

Marktcheck: Alkoholfreier Wein

Wie funktioniert das aber eigentlich, Alkohol raus, Geschmack rein?

Wer den hiesigen Winzern was Gutes für das Geschäftsjahr 2023 tun will, der hat auf dem Heilbronner Weindorf bis zum 17. September noch ausreichend Gelegenheit.

Über den Stand der Winzer der Region hat SWR4 Baden-Württemberg aus dem Studio Heilbronn am 4. September 2023 berichtet, über das Heilbronner Weindorf am 6. September 2023.

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Peter Wedig