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Bis zu 1.000 neue Windkraftanlagen will die neue grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg errichten lassen. Der Regionalverband Heilbronn-Franken bezeichnet diese Pläne als "sehr ambitioniert."

In der Region Heilbronn-Franken stehen bereits circa 270 Windkraftanlagen, die Strom produzieren. Das sind gut ein Drittel aller Windräder im Land.

Doch wieviele neue Anlagen werden in den nächsten Jahren in der Region neu dazukommen? Auf diese Frage kann der Regionalverband Heilbronn-Franken aktuell noch keine konkrete Antwort geben. Das hänge maßgeblich auch vom planungsrechtlichen Rahmen und möglichen Änderungen ab, etwa beim Thema Artenschutz, so Verbandsdirektor Klaus Mandel.

"Wir haben im Moment mehr Fragen als Antworten."

Langwierige Planung und wenig Akzeptanz bei Anwohnern

In der Regel dauern die Planungen und rechtlichen Prozesse bis zum Betrieb einer Windkraftanlage mehrere Jahre. Laut Regionalverband kommt es zudem häufig zu Klagen, die dann auf dem Rechtsweg entschieden werden müssen. Die Praxis zeige, dass es oftmals erhebliche Akzeptanzprobleme bei den Bürgern vor Ort gebe. Ein spürbarer Ausbau der Erneuerbaren Energien sei aber notwendig, etwa auch bei Photovoltaik-Anlagen.

"Wir brauchen erstmal einen gesellschaftlichen Konsens, was unseren Lebensstandard, unsere Verantwortung für die Welt und für die nächste Generation erfordert. Das Thema Kommunikation spielt eine ganz wichtige Rolle."

Eine größere Nachfrage von Windkraft-Investoren nach Flächen hat der Regionalverband Heilbronn-Franken bislang noch nicht festgestellt. Das Thema Photovoltaik hingegen stoße auf großes Interesse. Der Verbandsdirektor kann sich hier auch ganz neue Modelle vorstellen, etwa die Überdachung von landwirtschaftlichen Flächen oder Parkplätzen mit Photovoltaik-Modulen. Freie Flächen gebe es aber auch auf Dächern von Unternehmen.

"Jeder Hektar Photovoltaik auf dem Dach kann Freiflächen entlasten."

Als das wichtigste Element sieht Klaus Mandel bei allen erneuerbaren Energieformen die Akzeptanz bei den Bürgern. Hier müsse man erklären und überzeugen. Das gehe nur mit offenen und transparenten Gesprächen vor Ort.

Windkraftanlagen im Staatswald

Beim Thema Windkraft-Ausbau spricht sich der Regionalverband für konzentrierte Flächen aus. Einzelne Anlagen punktuell über die Region zu verteilen, mache wenig Sinn. Die Landesregierung hatte auch angekündigt, auf eigenen Staatswaldflächen neue Windkraftanlagen errichten zu wollen. Was das in der Praxis für die Planung bedeutet, auch darauf gibt es noch keine klaren Antworten.

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