Wie Kommunen in Heilbronn-Franken Wasser sparen (Foto: SWR)

Anhaltende Trockenheit in Heilbronn-Franken

Rückhaltebecken, Zisternen, Brunnen - wie Kommunen Trinkwasser einsparen

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Thorsten Weik / Jan Arnecke

Die Trockenheit nötigt zum Sparen von Trinkwasser. Kommunen in Heilbronn-Franken haben dafür unterschiedliche Konzepte entwickelt.

Die anhaltende Trockenheit hat schon dazu geführt, dass in Heilbronn-Franken die Wasserentnahme, beispielsweise für Landwirte, eingeschränkt wurde. Verschiedene Kommunen in der Region haben derweil ganz andere Lösungen entwickelt, um wertvolles Trinkwasser einzusparen oder entwickeln diese gerade.

Die "Schwammstadt" Heilbronn

In Heilbronn beispielsweise ist das ehemalige Bundesgartenschau-Gelände so konzipiert, dass kein Trinkwasser für die Bewässerung der Grünanlagen verwendet wird. Dabei dient der Karlssee als Wasserspeicher. Regenwasser, von Dach- und Straßenflächen beispielsweise, werde unterirdisch gefiltert und in den See eingeleitet, so Oliver Toellner, Leiter des Grünflächenamts in Heilbronn.

"Man spricht heute von der "Schwammstadt": Das Wasser im Quartier behalten und dort wieder abgeben."

Dieses Wasser wird dann wiederum auch für die Bewässerung benutzt, unter anderem für rund 700 Stadtbäume. Gleichzeitig, so Toellner, sei die Idee beim Rückhaltebecken Karlssee gewesen, Schönes und Nützliches zu kombinieren. "Das heißt, ein Freizeiterlebnis zu haben und gleichzeitig einen Wasserspeicher im Quartier zu etablieren", so Toellner. Denn sonst seien solche Rückhalteanlagen oft eingezäunt. Weitere solcher Wasserspeicher sind in Planung.

Zisternenpflicht in Ellhofen für Neubauprojekte

Während Heilbronn eine große Lösung gefunden hat, setzt die Gemeinde Ellhofen (Kreis Heilbronn) auf viele kleine Lösungen. Dort schreiben neue Bebauungspläne Zisternen für Neubauten vor. Die Kosten, immerhin 5.000 bis 10.000 Euro, müssen die Eigentümer tragen.

"Auf lange Sicht wird sich eine Zisterne schon rechnen. Wenn Sie von regelmäßigem Beregnen im Garten ausgehen und wenn Sie das gut nutzen, im Haus, um die Klospülung zu bedienen, umso mehr lohnt sich das."

Das Wasser könne also auch für mehr, als nur die Gartenbewässerung eingesetzt werden, betont Felix Potnow vom Bauamt Ellhofen. Das Wasser sei auch kalkarm, weshalb man es beispielsweise auch sehr gut für den Geschirrspüler oder andere kalkempfindliche Geräte im Haus verwenden könne. Die Umsetzung werde allerdings Jahrzehnte dauern.

Brunnen als Lösung in Brackenheim für Sportplatzbewässerung

Eine dritte Lösung hat die Gemeinde Brackenheim (Kreis Heilbronn) für sich entdeckt: Brunnenwasser. Schon jetzt rüstet sie die Bewässerung der Sportplätze im Gemeindegebiet darauf um. Der erste Fußballplatz wird bereits mit Brunnenwasser gesprengt.

"Wir wollen dafür sorgen, dass die rund 15.000 Kubikmeter Wasser, die bisher jährlich für die Bewässerung eingesetzt wurden (…) eingespart werden können."

Immerhin: Für jede Beregnung braucht es aktuell rund 60.000 Liter pro Platz und das zwei Mal pro Woche. Ein ergiebiger Brunnen kann das allerdings leisten und zusätzlich auch noch Wasser für die Landwirtschaft bieten.

Mit solchen Lösungen kann also schon jetzt wertvolles Trinkwasser eingespart werden. Gleichzeitig ist es in den Städten trotz Hitze grün und im Sommer, wie am Karlssee in Heilbronn, auch etwas kühler.

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