Zwei Arme auf einem Bett. Symbolbild Gewalt gegen Frauen. (Foto: SWR)

Anlaufstelle zieht Bilanz für das Corona-Jahr 2021

Mehr Opfer von Gewalt suchen Hilfe beim Weißen Ring in Heilbronn

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Im Jahr 2021 haben sich deutlich mehr Menschen als im Vorjahr an die Opferhilfe des Weißen Rings für den Stadt- und den Lankreis Heilbronn gewandt.

Über 150 Menschen suchten 2021 Hilfe beim Weißen Ring, gut 50 mehr als im Jahr 2020. Das berichtet die Anlaufstelle für Opfer von Gewalttaten in einer Mitteilung zu Jahresbeginn.

Betroffene von Gewalt bekommen Hilfe

Nicht nur die Betroffenen selbst werden vom Opferhilfeverein betreut, auch Angehörige bekommen Unterstützung - finanziell, ebenso wie mit Beratung und Vermittlung an Hilfsorganisationen. So wurden Hilfsschecks in Höhe von 4.500 Euro ausgestellt, um beispielsweise 23 Kriminalitätsopfern eine Erstbratung bei einer Anwaltskanzlei zu ermöglichen. Die Hilfesuchenden wurden Opfer verschiedener Verbrechen. Die Bandbreite reicht von Menschenhandel, Zwangsprostitution und Vergewaltigung bis hin zu Stalking, Betrug und Diebstahl.

Neben den Betroffenen und ihren Angehörigen holen sich auch Menschen, die im beruflichen Umfeld oft mit den Auswirkungen von Gewalt konfrontiert werden, Hilfe beim Weißen Ring: Sozialarbeiter, Rechtsanwälte, Mitarbeitende von Krankenhäusern, Behörden und Polizeidienststellen werden dort betreut, heißt es.

Nach Deutschland gelockt und zur Prostitution gezwungen

Konkret wurden im vergangenen Jahr neun Menschen mit einer finanziellen Soforthilfe unterstützt. Den höchsten Betrag bekam mit 2.500 Euro eine alleinstehende Mutter von zwei geistig behinderten Kindern, die durch einen Diebstahl das angesparte Geld für ein gebrauchtes Auto verlor. Insgesamt 2.000 Euro wurden an sieben junge Frauen ausgezahlt, die mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und dann zur Prostitution gezwungen worden waren. Opfer von Straftaten sind meist Frauen, von 26 Hilfesuchenden waren 24 weiblich.

Federführend für den Weißen Ring im Statd- und Landkreis Heilbronn ist Alfred Kulka. Seit 18 Jahren leitet der ehemalige Kriminalhauptkommissar aus Flein (Kreis Heilbronn) ehrenamtlich die Außenstelle des Opferhilfevereins im Stadt- und Landkreis.

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