Maßregelvollzug im ZfP Weinsberg (Foto: SWR, Simon Bendel)

Nach Festnahme in Frankreich

Weiterer Flüchtiger aus Weinsberger Klinikum zurück

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Ein weiterer aus dem Klinikum Weinsberg entwichener Mann hat sich am Dienstagvormittag gestellt. Erst am Samstag war ein aus dem geschlossenen Vollzug Geflüchteter festgenommen worden.

Der 40-Jährige war Anfang Oktober aus einer offenen Station geflüchtet. Laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) hat er sich jetzt beim Chefarzt der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie gestellt. Er sei auf die Krisenstation des Klinikums am Weissenhof gebracht worden. Von ihm war keine Gefahr ausgegangen, hieß es nach seinem Verschwinden.

Ausbrecher wohl wegen versuchten Mordes verhaftet

Am Wochenende hat die Polizei den letzten von vier geflüchteten Straftätern aus dem geschlossenen Vollzug festgenommen - im französischen Mulhouse. Die Männer waren im September durch ein herausgedrücktes Fenster geflohen.

Das Polizeipräsidium Heilbronn ist am Dienstag offiziell über die Festnahme des Ausbrechers aus dem Weinsberger Maßregelvollzug im Elsass informiert worden.

"Wir haben die Mitteilung tatsächlich jetzt über BKA und LKA bekommen, dass die Person wegen versuchten Mordes und versuchten Raubes im französischen Mühlhausen festgenommen wurde", sagte ein Sprecher dem SWR. Der Mann sei derzeit weiter in Frankreich, dort würden auch Ermittlungen geführt. Wie das weitere Vorgehen sei, konnte der Sprecher allerdings noch nicht sagen - auch nicht, ob und wann der Gefasste ausgeliefert werde.

Tatort vor einem Restaurant in der Innenstadt

Die Polizei im elsässischen Mulhouse hatte den Ausbrecher aus der Psychiatrie in Weinsberg am Wochenende offenbar nach einem brutalen Raubüberfall gestellt. Zusammen mit einem Komplizen habe er versucht, einem 18 Jahre alten Mann eine Tasche zu rauben und dabei mehrfach auf ihn eingestochen, berichten übereinstimmend mehrere französische Medien.

Tatort war demnach die Innenstadt von Mulhouse, das Opfer ein Beschäftigter eines Restaurants, der gerade vor der Tür eine Zigarette rauchte. Der Ausbrecher aus Weinsberg habe den jungen Mann mit seinem Messer mehrfach ins Bein, den Brustbereich und in die rechte Seite getroffen. Er sei dabei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt worden.

Verdächtige wenige hundert Meter entfernt gestellt

Die alarmierte Polizei habe die beiden Tatverdächtigen wenige hundert Meter entfernt gestellt. Beide hätten keine Papiere dabeigehabt. Wie die Zeitung l‘Alsace weiter berichtet, wurde der 24 Jahre alte Ausbrecher durch einen internationalen Haftbefehl identifiziert. Demnach war er - anders als die drei anderen Geflohenen aus Weinsberg - noch nicht strafrechtlich verurteilt. Der mutmaßliche Mittäter habe sein Alter mit 16 angegeben.

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SWR