Warmer Herbst macht Insekten zu schaffen (Foto: SWR)

BUND Schwaigern warnt vor Artensterben

Warmer Herbst macht Insekten zu schaffen

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Bei den Rekordtemperaturen derzeit fliegen Biene & Co. noch munter durch die Gegend. Dabei verbrauchen sie die Energie, die sie eigentlich im Winter benötigen, warnt der BUND.

In ihrem Garten in Schwaigern (Kreis Heilbronn) geht Karin Haug vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf Insektensuche. Schnell wird sie fündig: Ob Käfer, Mücke oder Wildbiene, alle sind sie noch aktiv.

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Normalerweise wären sie jetzt bereits in der Winterstarre, sagt die Naturschützerin. Karin Haug sorgt sich um die Tiere.

"Die kommen nicht über den Winter. Und einige Wildbienen, bei denen wird es genauso sein. Die schwirren rum, finden aber ihre Futterpflanzen nicht mehr. Weil das sehr spezifische Bienen sind, die auf ganz spezielle Pflanzen gehen."

Warmer Herbst macht Insekten zu schaffen (Foto: SWR)

Winterbienen müssen bis zum Frühjahr durchhalten

Futtermangel ist für die Honigbienen von Eberhard Knorr derzeit kein Problem. Im Frühherbst hat der Imker aus Bretzfeld (Hohenlohekreis) ihnen einen Futtervorrat für den Winter gegeben. Doch auch er macht sich Sorgen: Die Tiere könnten sich verausgaben und an Überarbeitung vorzeitig sterben.

Bienen, die umherfliegen, leben nur wenige Wochen. Winterbienen müssen aber mehrere Monate lang durchhalten, bis es wieder warm wird. Denn solange es kalt ist, müssen sie ihre Königin wärmen. Und nur wenn sie sich jetzt schonen, leben sie lange genug.

"Insektensterben kann zum Artensterben führen"

Für Karin Haug vom BUND ist das Problem noch größer. Gibt es weniger Insekten, wird auch die Nahrung für andere Tiere knapp, warnt sie:

"Vögel sind auf Insekten angewiesen als Futterquelle. Amphibien sind auf sie angewiesen als Futterquelle. Pflanzen sind auf sie angewiesen zum Bestäuben."

Die Vertreterin des Bundes für Umwelt- und Naturschutz schlägt Alarm: Ein verschärftes Insektensterben könnte zu einem größeren Artensterben führen.

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