Kettenkarussel auf dem Heilbronner Volksfest (Foto: Pressestelle Stadt Heilbronn)

Hinter den Kulissen: Personalmangel und Lieferschwierigkeiten

Besucher feiern Heilbronner Volksfest

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Das Heilbronner Volksfest wurde nach zweijähriger Corona-Pause dieses Jahr so gut besucht wie schon seit langem nicht mehr. Schausteller und Festwirt zogen zum Abschluss am Sonntag, von einigen Herausforderungen abgesehen, eine durchweg positive Bilanz.

Festwirt Karl Maier hat gut zu tun. Schnell noch Bänke im Festzelt für den Auftritt eines Musikvereins abbauen, Bedienungen Bänke gerade rücken lassen, sich mit den Schaustellern abstimmen - ein Volksfest ist viel Arbeit. Für den Festwirt und Veranstalter des Heilbronner Volksfestes auf der Theresienwiese hat sie sich anscheinend aber gelohnt.

Im Zelt und in den Fahrgeschäften sei dieses Jahr deutlich mehr los gewesen, wie in den Jahren zuvor. Bis zu 25.000 Liter Festbier flossen durch die Kehlen und durch die Kassen. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause wollen die Besucher wieder feiern, das könnte einer der Gründe sein. Für Festwirt Karl Maier ist es aber auch die Vorverlegung des Volksfestes in die erste Juli-Hälfte, jenseits der Sommerferien.

"Es war an sechs oder sieben der vergangenen neun Tage hier wirklich deutlich mehr Zug drin, viel mehr Menschen unterwegs - einfach eine tolle Atmosphäre hier."

Personalmangel bei Schaustellern

Hinter den Kulissen war es trotzdem ein besonderes, ein herausforderndes Fest. Personalmangel und Lieferschwierigkeiten haben auch Veranstalter und Schausteller getroffen. Mitunter musste der Veranstalter aufgrund von fehlendem Personal bei den Schaustellern auch Absagen verkraften.

Gerade in der Gastronomie ist viel Personal in andere Branchen abgewandert. Steffen Schoch vom Stadtmarketing Heilbronn freut sich, dass er dennoch viele bekannte Gesichter unter den Bedienungen erkannt hat, wie er berichtet.

Mehr Besucher als vor Corona-Zwangspause

Auch er habe nur selten so viele Besucher auf dem Heilbronner Volksfest gesehen, wie an manchen Tagen in diesem Jahr. In den letzten Jahren vor der Pandemie seien rund 250.000 Besucher auf die Theresienwiese gekommen, dieses Jahr gehe die Tendenz in Richtung 300.000 Gäste, so Schoch.

Volksfest Heilbronn (Foto: SWR)
Volksfest Heilbronn

Lieferschwierigkeiten erschweren Arbeit im Festzelt

Allen diesen Gästen alles zu bieten, sei bei den derzeitigen Lieferschwierigkeiten eine Herausforderung, weiß Festwirt Karl Maier. Gläser, die der Festwirt früher kurzfristig bestellen konnte, sind mittlerweile kaum verfügbar oder müssen Monate im Voraus bestellt werden. Nicht das einzige Beispiel von dem Maier berichtet.

"Bestimmte Artikel, die wir nachts bestellen, die morgens einfach nicht geliefert werden, weil sie nicht lieferbar sind. Angefangen vom Fanta-Fläschchen in 0,33l, die es momentan in ganz Deutschland nicht gibt, bis hin zu bestimmten Obst-, Gemüse-, Salatsorten, die einfach schwer zu haben sind."

Mit einem Feuerwerk endet das Volksfest Heilbronn am Sonntagabend. Für Festwirt Karl Maier und seine Angestellten ist damit aber noch lange nicht Schluss. Eine Woche dauert der Abbau des Festzelts und allem was dazu gehört. Allzu viel Zeit um wehmütig zu sein und auf das erfolgreiche Fest zurückzublicken habe er nicht, sagt Maier. Der Canstatter Wasen werfe seine Schatten bereits voraus, der nächste Aufbau, das nächste Volksfest steht bereits bevor.

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