Ausbildung Siebdruck bei balbach in Leingarten (Foto: balbach GmbH)

Anzahl freier Ausbildungsplätze nochmals gestiegen

Zwei Hauptgründe für Tausende freie Ausbildungsplätze

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Gut zwei Wochen vor dem Ausbildungsstart sind fast 4.000 Lehrstellen in Heilbronn-Franken noch unbesetzt. Gründe dafür gibt es viele, Lösungsansätze auch.

Im Bereich der beiden Arbeitsagenturen Heilbronn und Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim sind derzeit noch 3.890 Lehrstellen unbesetzt, kurz vor dem Ausbildungsstart am 1. September. Fast 800 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Die Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim sieht den Hauptgrund in sinkenden Schülerzahlen im Allgemeinen und gleichzeitig steigenden Abiturienten- und Studierendenzahlen. Wer eine Ausbildung machen will, habe gute Chancen, auch kurzentschlossen, sagt Lisa John, Teamleiterin Berufsberatung in der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

"Wir haben aktuell fast doppelt so viele frei Lehrstellen wie potenzielle Bewerberinnen und Bewerber."

Vor allem unbekannten Berufsfeldern fehlt der Nachwuchs

Erkan Acikara bezeichnet sich selbst als "Alte Schule", obwohl er so alt dann auch wieder nicht ist. Aber seit 1994 ist er schon bei der Siebdruck-Firma balbach in Leingarten (Kreis Heilbronn). Mittlerweile ist er Ausbildungsbeauftragter und kann von treuen neuen Mitarbeitern eigentlich nur träumen.

"Das erleben sie immer seltener. Die Jugendlichen heute sind von der Einstellung nicht mehr so gestrickt, dass sie über Jahre hinweg einem Unternehmen treu bleiben."

Balbach bildet aus. Seit Jahren werde es immer schwieriger, geeignete Azubis zu finden. Was auch daran liege, dass viele potenzielle Bewerberinnen und Bewerber manche Berufe gar nicht mehr kennen würden. Bei Bürokauffrauen oder -männern habe er 50 bis 100 Bewerbungen, bei Jobs wie Siebdrucker oder Zerspanungsmechaniker sei das Wissen bei den Schülerinnen und Schülern gar nicht vorhanden.

Handwerkskammer: "Fokus liegt zu sehr auf Abitur und Studium"

Das beobachtet auch die Handwerkskammer. Der Fokus sei nach wie vor zu sehr auf dem Studium und weniger auf der Ausbildung. Trotzdem: Die Teamleiterin der Ausbildungsberatung der Handwerskammer-Heilbronn Franken, Sylvia Kotte-Mandel ist zuversichtlich.

"Durch die Pandemie hat man einfach gemerkt, dass das Handwerk sehr wichtig ist und dass es da große Zukunftschancen gibt. Von daher findet so ein Umdenken langsam statt."

Doch der Weg dahin ist steinig. Erkan Acikara bei balbach in Leingarten versucht neue Wege zu gehen: Jobbörsen, Internetportale und mittlerweile auch verstärkt Schülerpraktika. Acht Praktikantinnen und Praktikanten hat er bis September so gewinnen können. Vielleicht sind unter ihnen ja die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von morgen.

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