Amtsgericht Heilbronn Eingang Symbolbild (Foto: SWR, Jürgen Härpfer)

Amtsgericht Heilbronn verurteilt 41-Jährigen

Waghalsige Verfolgungsjagden mit der Polizei: Verkehrsrowdy muss in Haft

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Das Amtsgericht Heilbronn hat einen Mann zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt. Vor Gericht räumte der 41-Jährige zwei Verfolgungsjagden mit der Polizei ein.

Er muss ins Gefängnis - ohne Bewährung, urteilte das Heilbronner Amtsgericht: In dem Verfahren am Montag ging es vor allem um zwei gefährliche Fluchten vor Polizeikontrollen, einmal mit einem Motorrad bei Eberstadt (Kreis Heilbronn), einmal mit dem Auto in Spiegelberg (Rems-Murr-Kreis). Den Führerschein hatte der gelernte KfZ-Mechaniker schon lange abgeben müssen. Das Urteil ist rechtskräftig. Vier Jahre lang darf ihm keine Behörde einen Führerschein ausstellen.

Schon seit dem Jugendalter ist er an den Gerichten kein Unbekannter, wird in der Verhandlung klar: kleinere Delikte, aber die Liste ist lang - gefälschte Kennzeichen, Marihuana im Straßenverkehr. Der Vater starb an Drogen, die Mutter ist, wie er selbst, offenbar stark abhängig. Bei einem verletzten Polizisten entschuldigte sich der Angeklagte mit den Tränen ringend im Gericht.

Flucht ergriffen, als Polizei ihn stoppen wollte

Der 41-jährige Mann war laut Anklage am 23. April 2021 zwischen Eberstadt und Neuenstadt-Cleversulzbach mit fast 150 bei erlaubten 100 Stundenkilometern gemessen worden. Als die Polizei ihn anhalten wollte, soll er die Flucht ergriffen haben.

Er soll laut Anklage "in verkehrsfeindlicher Gesinnung" auf die ihn zum Halten bewegenden Polizisten zugefahren und sich durch gefährliche Fahrmanöver einer Kontrolle entzogen haben. Auch eine Blockade der Fahrbahn mit einem Polizeiauto konnte die Flucht des Angeklagten nicht verhindern, hieß es.

Weitere Tat in Spiegelberg - "Erschieß mich doch!"

Im Januar 2022 geriet der Mann mit einem Auto in eine Verkehrskontrolle der Polizei auf dem Parkplatz "Linde" in Spiegelberg. Über eine Böschung versuchte er demnach, mit dem Auto abzuhauen. Einem Polizisten, der dem Wagen hinterher lief, soll er "erschieß mich doch!" zugerufen haben. Abermals soll es im Anschluss zu einer gefährlichen Verfolgungsjagd gekommen sein, bei der wohl auch ein Polizeiauto vom Angeklagten beschädigt wurde.

Letztlich gelang ihm tatsächlich erneut die Flucht. Der Mann wurde allerdings kurz darauf festgenommen und befand sich unter anderem aufgrund der geschilderten Vorfälle seit dem 24. Januar 2022 in Untersuchungshaft.

Zusammenstoß mit Polizeiauto wohl keine Absicht

Die Verfolgungsjagden waren teilweise spektakulär, wurde auch vor Gericht schnell klar. Er versuchte immer wieder, die als Straßensperren aufgestellten Streifenwagen zu umfahren. Es gab einen Zusammenstoß mit einem Campingstuhl, mit dem ein Polizist den Flüchtenden aufhalten wollte. Außerdem soll er den Auffahrunfall mit dem Streifenwagen absichtlich provoziert haben, so das Gericht. Die Absicht bestritt der Angeklagte.

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