Anamaria Cristescu moderierte die Auftaktveranstaltung des Vereins Women in AI and Robotics in Heilbronn (Foto: SWR)

Neu in Heilbronn: "Women in AI and Robotics"

Warum durch Künstliche Intelligenz mehr Frauen die Welt verbessern könnten

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AUTOR/IN
Alice Robra

Mit mehr Frauen im Bereich der KI werden sich die Bedingungen für alle verbessern - davon ist die Organisatorin des Vereins "Women in AI and Robotics" in Heilbronn überzeugt.

Die erste große Veranstaltung der Heilbronner Ortsgruppe "Women in AI and Robotics" hat die Erwartungen übertroffen, berichtet Anamaria Cristescu. Nur 60 Plätze konnte die Organisatorin vergeben und um diese bewarben sich sogar Männer. Das gemeinsame Ziel: Mit mehr Frauen insgesamt für mehr Diversität in der Welt von morgen sorgen.

Mehr Frauen - mehr Diversität - mehr Innovation

Anamaria Cristescu hat selbst rumänisch-italienische Wurzeln und weiß: Es gibt nicht viele Frauen, die bei KI mitmischen - also muss man überall suchen. Dadurch kommen automatisch viele verschiedene Hintergründe zusammen, ob kulturell, religiös oder aus Minderheiten. Diese neuen Perspektiven beleben die Diskussionen, erklärt Cristescu.

KI-Hype inspiriert auch fachfremde Frauen

Die aktuelle Begeisterung in Heilbronn hat auch einige Frauen angesteckt, am Abend in das Gebäude des IPAI (Innovation Park for Artificial Intelligence) zu kommen, die bis vor kurzem noch wenig Berührung mit dem Thema hatten. Eine Frau erzählt, der Kunst-Wettbewerb des KI-Salons habe sie inspiriert. Eigentlich ist sie Psychologin und arbeitet an einer Schule. Nun arbeitet sie an Ideen, Schülerinnen und Schüler mit schlechten Startvoraussetzungen beim Thema mitzunehmen.

Mehr Sinn in der Arbeit - mehr Frauen in der Wissenschaft

Birgit Buschmann ist Ministerialrätin im Wirtschaftsministerium und begleitet Förderprogramme des Landes. Sie setzt auf Rollenvorbilder und geschlechtergetrennte Angebote. In der Pubertät seien die Mädchen im Vergleich zu den Jungs oft zu schüchtern.

"Mädchen sind oft Weltverbesserinnen und fragen viel mehr nach dem Sinn, als danach, wie etwas funktioniert."

Andere Frauen stimmen am Abend mit ein und erzählen, dass zum Beispiel sinnhafter formulierte Kurse wie "Computer-Wissenschaften, um Weltprobleme zu lösen" deutlich mehr Frauen ansprechen würden, als der Name Computer-Wissenschaften.

Experimenta: Kunst und Wissenschaft als Schlüssel

Bärbel Renner ist Chefin des Science Centers Experimenta und sieht in ihren vielen interdisziplinären Ansätzen einen Schlüssel für mehr Geschlechtergerechtigkeit. In der Experimenta liege der Frauenanteil bei über 50 Prozent - ungewöhnlich für ein Science Center, sagt sie. Aber bei ihnen arbeiteten auch Schauspielerinnen und Astrophysiker in einem Haus.

"Wenn man zu Themen wie dem Klimawandel einen Zugang schafft, merkt man, dass man junge Frauen begeistern kann."

Mit Angeboten wie dem Festival Science and Theatre im Herbst solle auch ein noch breiteres Publikum angesprochen werden. Dort locken zuerst Tanz und Theater und im Anschluss kann das Thema mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vertieft werden.

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