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Der Kreistag im Landkreis Heilbronn hat für den Einstieg der SLK-Kliniken bei der Personalagentur Lumis Südwest entscheiden. Kritik kommt von der Gewerkschaft Verdi.

Die SLK-Kliniken werden in die Personalagentur Lumis Südwest einsteigen. Der Kreistag im Kreis Heilbronn hat am Montagnachmittag zugestimmt. Kritik kommt von der Gewerkschaft Verdi. In einer Mitteilung der SLK-Kliniken heißt es, man könne mit dem Beitritt in die Agentur besser auf die Folgen des Fachkräftemangels im Krankenhauswesen reagieren.

Bedenken auch bei Politikern

Die Grünen-Fraktion sei zwar für den Beitritt, Bedenken gebe es trotzdem, so die Fraktionsvorsitzende Brigitte Wolf gegenüber dem SWR.

"Wir würden anstreben, dass in einem Jahr eine Untersuchung erfolgt, dass wir schauen, ob das erfolgreich war oder nicht. Weil, es gibt gewisse Gründe, warum wir nicht unbedingt dafür sind.“

Brigitte Wolf, Grüne Fraktionsvorsitzende Heilbronner Kreistag

Zustimmung von der CDU-Fraktion. Claus Brechter, Sprecher der CDU-Fraktion im Heilbronner Kreistag, sagte dem SWR: "Es kommt immer wieder zu Situationen, wo man darauf angewiesen ist, auch auf Leihpersonal zurückzugreifen."

"Es geht auch um das Thema Vermittlung von Fachpersonal und das ist natürlich auch für die Zukunft angesichts des demografischen Wandels und der immer schwierigeren Problematik, qualifiziertes Personal zu gewinnen, glaube ich, der richtige Weg, sich hier gemeinsam mit anderen im Verbund auf den Weg zu machen."

Claus Brechter, Sprecher der CDU-Fraktion im Heilbronner Kreistag

SLK-Kliniken wollen Personalsteuerung mit Leasingkräften verbessern

Die SLK-Kliniken teilen in einer Stellungnahme gegenüber dem SWR mit: "Um Belastungsspitzen, die saisonal – auch bereits vor der Corona-Pandemie – wiederholt auftreten, auch im Sinne des Stammpersonals sinnvoll abdecken zu können, sind Leasingkräfte ein hilfreiches Werkzeug der Personalsteuerung in Krankenhäusern."

ver.di Jacke und Personen bei Regenwetter bei einer Kundgebung in Crailsheim (Foto: SWR)

Sorge um tarifgebundene Arbeitsplätze

Verdi befürchtet, dass mit dem Einstieg tarifgebundene Arbeitsplätze verloren gehen und will wissen, warum Lumis billiger sein könne als andere Anbieter. Denn diese Personalagenturen bieten laut Gewerkschaft Arbeitnehmerüberlassungen zu horrenden Preisen an, sagte Arne Gailing, Gewerkschaftssekretär von Verdi Heilbronn-Neckar-Franken, dem SWR.

SLK-Klinikum zu Corona-Zeiten (Foto: SWR)
Während Corona sind viele Krankenhausbeschäftigte besonders belastet

"Doch nicht nur die Kosten sind enorm, sondern auch die fixen Zeiten von Arbeitnehmerüberlassungen führen dazu, dass die Stammbeschäftigten immer mehr in die unattraktiven Arbeitszeiten gedrängt werden. Mehr Verantwortung bleibt an den Stammbeschäftigten hängen und die Kolleginnen und Kollegen müssen immer wieder neue Beschäftigte einarbeiten."

Arne Gailing, Gewerkschaftssekretär Verdi Heilbronn-Neckar-Franken

Von einem Arbeitgeber in öffentlicher Trägerschaft wünsche man sich mehr Verantwortungsbewusstsein, so Gailing. Denn mit dem Einstieg gingen auch tarifgebundene Arbeitsplätze verloren.

SLK-Kliniken widersprechen Sorge um Arbeitsplätze

Die Bedenken von Verdi hält der Krankenhausbetreiber für unbegründet, es sollen keine tarifgebundenen Arbeitsplätze durch den Beitritt bei Lumis Südwest verloren gehen, heißt es in einer Stellungnahme. Vielmehr wolle man im neuen Verbund mit weiteren Häusern durch einen möglichst beständigen und gleichbleibenden Pool an Leasingkräften das Stammpersonal entlasten.

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