STAND

Im Prozess um den Mord von Löwenstein (Kreis Heilbronn) vor dem Heilbronner Landgericht wurde der Angeklagte am Freitag erneut zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

In einem ersten Prozess hatte das Landgericht Heilbronn den Angeklagten im April 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt. Dieses erste Urteil hatte der Bundesgerichtshof aber aufgehoben und an das Landgericht zurückverwiesen. Das Gericht sah es jedoch wieder als erwiesen an, dass die Beweise, wie DNA-Spuren des Ehemannes am Tatort, in Verbindung mit dem Motiv "Gesichtsverlust" für eine Verurteilung ausreichen.

Laut Gericht hatte es der Mann nicht ertragen, dass seine damals getrennt lebende Ehefrau einen neuen Partner gefunden hatte. Deshalb habe er im März 2017 vor der evangelischen Tagungsstätte Löwenstein seine Ehefrau mit Messerstichen getötet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Anträge lagen weit auseinander

Die Anträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung hätten nicht weiter auseinanderliegen können. Wie schon im ersten Prozess forderte die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft, die Verteidigung Freispruch. Der Angeklagte hatte zu jeder Zeit jegliche Tatbeteiligung bestritten.

Spurensicherung am Tatort vor der Tagungsstätte in Löwenstein (Foto: dpa Bildfunk, Fotograf: Marcel Bartenbach)
Spurensicherung am Tatort vor der Tagungsstätte in Löwenstein Fotograf: Marcel Bartenbach

Verteidigung kritisiert Fehler der Ermittler

Die Verteidigung kritisierte im Prozess gravierende Fehler der Ermittler bei der Tätersuche. Bereits 2018 war bemängelt worden, die Polizei habe zu schnell und einseitig den Ehemann als einzig möglichen Täter ins Visier genommen.

Der Ehemann war nach der Tat unter anderem in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" gesucht worden. Er wurde gut zwei Wochen später festgenommen - überführt durch DNA-Spuren am Tatort.

Tattag soll rekonstruiert werden Zeugenaussagen im Mordprozess von Löwenstein

Vor dem Landgericht Heilbronn ist am Donnerstag der Mordprozess von Löwenstein fortgesetzt worden. Mit Hilfe von sieben geladenen Zeugen, sollte der Tattag vor drei Jahren rekonstruiert werden.  mehr...

Bundesgerichtshof hatte Urteil vom April 2018 aufgehoben Mordprozess von Löwenstein wird neu aufgerollt

Der Mordfall vor der evangelischen Tagungsstätte in Löwenstein im März 2017 wird im August vor dem Landgericht Heilbronn neu aufgerollt. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil vom April 2018 aufgehoben.  mehr...

STAND
AUTOR/IN