Förderverein Krebsbachtalbahn (Foto: Förderverein Krebsbachtalbahn)

Initiatoren setzen auf Bürgerbegehren in Bad Rappenau

Über 1.700 Unterschriften für Reaktivierung der Krebsbachtalbahn gesammelt

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Die Unterschriftenaktion in Bad Rappenau für ein Bürgerbegehren zur Krebsbachtalbahn ist abgeschlossen. Insgesamt sammelten die Initiatoren bislang über 1.700 Unterschriften.

Weitere Unterschriftenlisten von Unterstützern würden momentan noch ausgewertet, heißt es. Schon Mitte Juli hatten die Initiatoren die nötige Zahl für ein Bürgerbegehren erreicht. Sieben Prozent der Wahlberechtigten müssen dabei unterschreiben.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens in Bad Rappenau bei der Unterschriftensammlung (Foto: Jörg Haffelder)
Die letzten Unterschriften haben die Initiatoren am Samstag in Bad Rappenau gesammelt. Jörg Haffelder

Übergabe der Unterschriften an die Stadt

Die über 1.700 Bad Rappenauer sprechen sich für eine Reaktivierung der Krebsbachtalbahn aus. Die Bahnstrecke verbindet Neckarbischofsheim (Rhein-Neckar-Kreis) über Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) mit dem Stadtbahnnetz und wird bisher nur touristisch genutzt. Der Gemeinderat von Bad Rappenau hatte im Mai überraschend seine Zustimmung zu dem Projekt mehrheitlich verweigert. Am 10. August soll die Liste mit den Unterschriften jetzt der Stadt übergeben werden.

Kreistag pro Reaktivierung

Der Kreistag des Landkreises Heilbronn hatte sich auf seiner jüngsten Sitzung für einen Ausbau Krebsbachtalbahn ausgesprochen. So könne Bad Rappenau und Neckarbischofsheim enger verknüpft werden.

Das "Nein" der Kommune Bad Rappenau steht, aber der Streit um den Ausbau der Krebsbachtalbahn vom "Touristen-Flitzer" zu einem Angebot des öffentlichen Nahverkehrs ist wohl noch lange nicht am Ende. Jörg Haffelder ist einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens. Er ist gegen das Nein des Gemeinderats und für den Ausbau.

"Wir haben sehr viele Lösungen aufgezeigt, die es gibt, um die Kritikpunkte auszuräumen. Daher erhoffen wir uns, dass der Gemeinderat sein Votum vom Mai überdenkt und unser Bürgerbegehren annimmt."

Ohne die Zustimmung der Stadt Bad Rappenau wird es aber wohl keine Erweiterung der Krebsbachtalbahn geben. Der Gemeinderat hatte vor einigen Wochen die Ausbaupläne mit knapper Mehrheit abgelehnt. Es gebe günstigere Lösungen, hieß es damals. Etwa eine bessere Busverbindung, das sei aber nicht geprüft worden.

Bürgerbegehren will Zustimmung im Gemeinderat erreichen

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens "Krebsbachtalbahn-Reaktivierung" sind damit nicht einverstanden. Über das Bürgerbegehren müsse der Gemeinderat jetzt beraten, sagt Haffelder. Der Gemeinderat muss dann erneut entscheiden, ob er dem Ausbau doch zustimmt oder es auf einen Urnengang der Bad Rappenauer Bürger ankommen lässt. Die Entscheidung eines Bürgerentscheids ist für den Gemeinderat bindend.

Gesamtkosten von wohl 50 Millionen Euro

Bad Rappenau müsste wohl drei Millionen Euro für den Ausbau aufbringen. Die Elektrifizierung der Strecke, der Neubau eines drei Kilometer langen Verbindungsstücks und weitere Maßnahmen sollen bei rund 50 Millionen Euro liegen. Die Investition werde zwischen Bund und Land, dem Landkreis Heilbronn, dem Rhein-Neckar-Kreis, Neckarbischofsheim und Bad Rappenau aufgeteilt. Die Betriebskosten will das Land tragen. Damit wäre die Krebsbachtalbahn auch an das Heilbronner Stadtbahnnetz angeschlossen.

Eines scheint aber schon jetzt klar: Auch wenn der Ausbau der Krebsbachtalbahn kommt, bedeutet das wohl das Aus für den "Touristen-Flitzer". In den Plänen für den Ausbau ist auch die Stilllegung einer Teil-Strecke vorgesehen, auf der der "Rote Flitzer" bisher Touristen im Ausflugsverkehr durch die Sommerfrische ruckelt.

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SWR