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Das Landratsamt im Main-Tauber-Kreis befürwortet die neue Regelung an Schulen. Sie habe sich bislang bewährt. Sie entlaste sogar die Gesundheitsämter, denn die Anfragen von Eltern seien weniger geworden.

Vergangene Woche gab es einen Infektionsfall an der Bad Mergentheimer Realschule Sankt Bernhard (Main-Tauber-Kreis). Nicht die ganze Klasse, sondern nur ein Teil wurde unter Quarantäne gestellt, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. Möglich sei diese Vorgehensweise unter ganz bestimmten Bedingungen, erklärt der Erste Landesbeamte Christoph Schauder.

"Wenn im infektiösen Zeitraum alle Beteiligten im Unterricht und in den Pausenzeiten Masken getragen oder den Mindestabstand eingehalten haben."

Christoph Schauder vom Landratsamt Main-Tauber

Das ist eine Regelung, die in Grundschulen nicht greifen kann, weil in Baden-Württemberg erst ab Klasse fünf Maskenpflicht gilt. Und auch in den weiterführenden Schulen kann es nach wie vor sein, dass die ganze Klasse in Quarantäne geschickt wird. Zum Beispiel ist eine Ansteckungsgefahr gegeben und die ganze Klasse muss in Quarantäne, wenn im Sportunterricht keine Maske getragen wird, so Schauder.

Kritik an gelockerter Quarantäne-Regelung

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert die gelockerte Quarantäne-Regelung. Schulleitungen müssten die Arbeit überlasteter Gesundheitsämter übernehmen und über die Quarantäne der Schüler entscheiden, sagt Jana Kolberg, GEW-Kreisvorsitzende Main-Tauber und Hohenlohe.

"Die Schulleitung fragt die Lehrkraft. Die Lehrkraft muss dann rückmelden und überlegen, okay, was war jetzt alles im Unterricht, man hat ja viele verschiedene Klassen. Und dann muss die Schulleitung wieder mehrere Lehrkräfte fragen und dann das gebündelt wieder zurückgeben. Also das ist schon eine enorme Belastung und auch Verantwortung, die die Schulleitung in dem Moment hat."

Eine einhundertprozentige Überwachung der Maskenpflicht gebe es nicht. Die Gewerkschafterin fordert ein landesweit einheitliches Vorgehen. Das Sozialministerium arbeitet momentan an entsprechenden Handlungshinweisen zum Umgang mit Kontaktpersonen in Schulen, aber betonte bereits: Die letzte Entscheidung liege immer beim zuständigen Gesundheitsamt.

Kontaktpersonen-Management ureigenste Aufgabe

Das begrüßt der Leiter des Corona-Arbeitsstabs im Landratsamt Tauberbischofsheim, Christoph Schauder. Man könne in Stuttgart zwar Leitlinien erarbeiten, das sei gut, das sei auch richtig, aber das Kontaktpersonen-Management sei ureigenste Aufgabe des Gesundheitsamts.

Die neue Regelung hat sich im Main-Tauber-Kreis bislang bewährt, zieht Schauder eine erste Zwischenbilanz. Sie sorge für Entlastung im Gesundheitsamt.


"Seit wir diese Linie fahren, hat auch das Anrufaufkommen in unserem Gesundheitsamt im Hinblick auf Rückfragen von Eltern sehr stark nachgelassen."

Christoph Schauder, Leiter des Corona-Arbeitsstabs im Landratsamt Tauberbischofsheim

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