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Das Tierheim Heilbronn bekommt zurzeit immer wieder Igel zum Gesundpflegen. Viele von ihnen sind schwer verletzt, ihnen fehlen Stacheln oder sogar Beine. Verursacher sind Mähroboter.

"Bei den Mährobotern ist das Hauptproblem, dass die die Igel nicht erkennen."

Was für den Gartenbesitzer eine komfortable Erleichterung ist, kann für den Igel zur Todesfalle werden. Der Mähroboter erkennt den Igel zu spät oder gar nicht, der Igel flüchtet aber auch nicht, sondern rollt sich ein. So kommt es oftmals zu abgetrennten Beinen, Stacheln oder gar zum Tod der Igel.

Detailaufnahme eines Igels, der ein Hinterbein verloren hat (Foto: SWR)
Igel "Erwina" fehlt ein Hinterbein. Das hat das Tier durch einen Mähroboter verloren. Der Igel wird durch die Hilfe des Tierheims aber überleben Bild in Detailansicht öffnen
Der Tierschutzverein Heilbronn und Umgebung hat mit seinen Helfern zahlreiche verletzte und geschwächte Igel durch den Winter gebracht Tierheim Heilbronn Bild in Detailansicht öffnen
Anja Fischer mit Igel "Erwina" - dieser Igel hat ein Hinterbein verloren Bild in Detailansicht öffnen

Aber auch unachtsames Hantieren mit elektrischen Sensen oder dem Rasenmäher kann Igeln zum Verhängnis werden.

Aufmerksamkeit im Garten kann Igel retten

Anja Fischer aus dem Vorstand des Heilbronner Tierheims, die sich hauptsächlich um die verletzten Igel kümmert, rät daher von Mährobotern ab. Für das manuelle Mähen hat sie einen Tipp: Gebüsche oder hohes Gras unbedingt auf schlafende Igel untersuchen. Denn Igel sind nachtaktiv und schlafen daher meist, wenn die tägliche Gartenarbeit verrichtet wird.

"Igel werden nur im Notfall auch tagsüber aktiv. Tagaktive Igel brauchen immer Hilfe!"

Igel mit Futter oder Gartengestaltung aktiv unterstützen

Ein weiteres Problem vor dem die Igel stehen: das Insektensterben. Igel fressen in der Natur am liebsten kleine Insekten und Larven. Aber auch hier kann man den Igeln helfen, so Anja Fischer. Zum Beispiel mit Wasserschalen, aber auch Schälchen mit hochwertigem Katzen-Nass- oder -Trockenfutter helfen den Igeln vor allem bei der Nahrungssuche. Hier kann es auch helfen den Garten einfach etwas naturnaher zu gestalten, um die Insektenpopulation hoch zu halten.

Und wenn der Herbst wieder kommt, hilft es auch Laubhaufen nicht direkt wegzuräumen, sondern den Igeln als Schutzbereich zum Beispiel in einer Ecke des Gartens liegen zu lassen. Wenn es nicht stört am besten ganzjährig.

Eine Zusammenfassung mit Infos zu Igeln und was ihnen hilft, bietet auch der Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg auf seiner Seite.

Igel gerettet und ausgewildert

Seit dem letzten Jahr konnten schon knapp 100 Igel im Heilbronner Tierheim gesund gepflegt und ausgewildert werden. Außerdem soll in einem alten Container eine Igelstation entstehen, da zuletzt immer mehr Igel eingeliefert würden, so Anja Fischer.

Das "Igel-Team" im Tierheim Heilbronn vor dem künftigen Igelcontainer: vlnr. Anja Fischer (Vorstand), nnika Schulz (Schriftführerin) und anja Baumgartner (Ausschuss). (Foto: SWR)
Das "Igel-Team" im Tierheim Heilbronn (vlnr): Anja Fischer (Vorstand), Annika Schulz (Schriftführerin) und Tanja Baumgartner (Ausschuss). Sie kümmern sich hauptsächlich um die eingelieferten Igel. Im Hintergrund ist die künftige Igelstation zu sehen

Natürlich freue man sich im Tierheim auch über Hilfe, zum Beispiel über hochwertiges Katzen-Nass- und -Trockenfutter, über selbst gebaute Igelhäuser (eine Bauanleitung kann man vom Tierheim bekommen) oder auch über ehrenamtliche Helfer.

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