Theater Heilbronn, Spielzeit 2223 (Foto: SWR)

Heilbronner Intendant: "Im Theater muss niemand frieren"

Neue Theaterspielzeit: Von Migration, Machtmissbrauch und der Energiekrise

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Das Theater Heilbronn startet am Samstagabend in die neue Spielzeit. Die Inszenierungen greifen eine Reihe aktueller gesellschaftlicher Themen auf, über die diskutiert wird.

Am Samstag startet die neue Spielzeit des Heilbronner Theaters. Die dreht sich um verschiedenste Themen, die aktuell auch in den sozialen Medien diskutiert werden und reichen von Migration bis hin zu Machtmissbrauch. Damit soll ein neues, auch jüngeres Publikum angesprochen werden. Natürlich treibt aber auch die Energiekrise den Intendanten Axel Vornam um. Frieren müsse im Theater aber niemand, versichert er im Gespräch mit dem SWR.

Gesellschaftliche Themen sollen neues Publikum locken

Wem oder was kann ich noch glauben, wem trauen? Welche Orientierung bieten moralische Grundsätze noch? Es sind keine einfachen Fragen, mit denen sich das Theater Heilbronn in der Spielzeit 2022/23 auseinandersetzt. In Heilbronn leben viele Menschen mit Migrationshintergrund. Nach dem Erfolg des Stückes "Hawaii" in der letzten Spielzeit, gibt es mit "The who and the what" auch dieses Mal wieder ein Stück zum Thema Integration.

"Hier behandeln wir das Thema: Wie gehe ich in einer fremden Gesellschaft mit meinen eigenen Traditionen um."

Anders als bei "Hawaii" spielt die Handlung nicht in Heilbronn. Es geht um einen Taxifahrer aus Pakistan, der in New York lebt. Durch "Hawaii" kamen Leute ins Theater, die sonst eher nicht kommen, sagt Vorman. Es war nicht nur ein deutlich jüngeres, sondern auch ein diverseres Publikum. Diesen Trend wolle man in der neuen Spielzeit fortsetzen.

Spezielle Stücke für jüngeres Publikum

Eine Strategie sind Stücke für ein jüngeres Publikum, eine andere ist die Kooperation mit vielen Schulen. Die Jüngeren bevorzugen auch eher Tickets an der Abendkasse, als Abo-Modelle. Ein Trend, der insgesamt beobachtet werden kann. Hier will das Theater im Winter deshalb neue Angebote schaffen.

"Daran wollen wir auch weiterhin arbeiten, auch andere Publikumsschichten zu erreichen."

Über 30 Stücke, Musicals, Märchen und Co. erwarten die großen und kleinen Zuschauerinnen und Zuschauer jetzt in der neuen Spielzeit.

Nach der Pandemie ist vor der Energiekrise

Mit einem Blick zurück, erklärt Vornam im Gespräch, das Theater sei relativ gut durch die Pandemie gekommen, aber so schnell würden die Zuschauer seiner Einschätzung nach nicht zurückkommen. Die nächste und wahrscheinlich auch die darauffolgende Spielzeit rechne man daher mit weniger Einnahmen. Hinzu kämen, so Vornam, steigende Kosten, beispielsweise bei Materialien und die Energiekrise.

"Das ist ein ganzes Paket von Dingen, die die finanzielle Lage des Theaters in den nächsten ein bis zwei Jahren beeinträchtigen werden."

Das Theater will Energie sparen, frieren oder frösteln aber müsse während einer Vorstellung niemand. Ohnehin seien die gesamten finanziellen Lücken durch Sparen allein nicht aufzufangen. Vornam hofft, dass die Stadt beim eigenen Sparzwang den Rotstift nicht bei der Kultur ansetzt. Diese sei wichtig für die Demokratie.

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