Viele Geldscheine wie Spielkarten aufgefächert in einer Hand (Foto: dpa Bildfunk, Bernd Wüstneck)

Arbeitgeberverband Südwestmetall Heilbronn nicht einverstanden

IG Metall BW beschließt Forderung nach acht Prozent mehr Lohn

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Die IG Metall Baden-Württemberg hat eine Forderung nach acht Prozent mehr Lohn für Angestellte der Metall- und Elektroindustrie beschlossen. Arbeitgeber kritisieren dies zum Teil.

In ihrer Sitzung am Donnerstag hat die Große Tarifkommission der IG Metall Baden-Württemberg ihre Forderung nach einer Entgelterhöhung von acht Prozent mit großer Mehrheit beschlossen. Die Laufzeit für den Tarifvertrag soll zwölf Monate betragen. Er betrifft rund eine Million Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie im Land. Die Große Tarifkommission folgt damit dem oberen Ende des Korridors von sieben bis acht Prozent, den der Vorstand der IG Metall am 20. Juni 2022 empfohlen hatte.

Steigende Lebenshaltungskosten sollen mit Gehalt abgefangen werden

Michael Unser von der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm steht hinter dem Beschluss. Die Forderung ist seiner Meinung nach gerechtfertigt. Denn die Kolleginnen und Kollegen spürten im alltäglichen Leben die steigenden Kosten in fast allen Bereichen. Das müsse sich in einer entsprechenden Gehaltserhöhung widerspiegeln, so Unser.

In der Metall- und Elektroindustrie gibt es nach Angaben des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall viele Herausforderungen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Felix Kästle)
In der Metall- und Elektroindustrie gibt es nach Angaben des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall viele Herausforderungen. picture alliance/dpa | Felix Kästle

Auch der Betriebsrat und Gewerkschafter Simon Fuchs von der Firma Vollert in Weinsberg (Kreis Heilbronn) pflichtet bei: "Angesichts der Steigerung der Lebenshaltungskosten und acht Prozent Inflation sind sieben bis acht Prozent höhere Löhne sicher ein Stück weit gerechtfertigt."

Südwestmetall Heilbronn fordert firmenspezifische Staffelung

Der Chef vom Arbeitgeberverband Südwestmetall in Heilbronn, Hans-Jörg Vollert, kann sich dagegen mit einer generellen Forderung nach acht Prozent mehr nicht anfreunden. Denn längst nicht alle Metallarbeitgeber verdienten gleich gut. Es gebe auch viele Maschinenbau-Unternehmen und Automobilzulieferer, die schlechter verdienen. Für die seien solche Lohnerhöhungen in keiner Weise zu stemmen. Vollert findet, die neuen Tarifverträge müssten firmenspezifisch angepasst sein. Einfach ausgedrückt: Wem es besser geht, der sollte auch besser zahlen und umgekehrt.

Darüber will die IG Metall nicht mit sich reden lassen. Sie lehnt eine solche Unterscheidung ab. Das Argument: die Arbeitgeber würden ihre gestiegenen Produktionskosten an ihre Kunden weitergeben und die Arbeitnehmer müssten wegen der gestiegenen Belastungen ihre Arbeit eben teurer verkaufen.

IG Metall (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt)
picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt

Vollert räumt immerhin ein: das Ergebnis kann keine Nullrunde sein. "Die große Herausforderung dieser Tarifrunde wird sein, wie wir auf dieses extrem auseinanderfallende Spektrum in der Industrie eine passende Antwort geben und es wird eine schwierige Auseinandersetzung werden, das glaube ich wirklich", so Vollert im Gespräch mit dem SWR Studio Heilbronn.

Erste Verhandlungen folgen dann im September

Am 11. Juli legt der Vorstand der IG Metall die endgültige Forderung fest. Die Tarifpartner in Baden-Württemberg verhandeln erstmals am 14. September 2022. Die Entgelttarifverträge laufen zum 30. September aus. Die Friedenspflicht endet somit am 28. Oktober 2022 um Mitternacht.

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