Eingang mit Schild U1 Beratungseck der Mitternachtsmission in Heilbronn (Foto: SWR)

Tag gegen Gewalt an Frauen

Heilbronner Mitternachtsmission verzeichnet mehr Gewalt gegen Frauen

STAND

Über 600 Frauen kommen jedes Jahr nach einer Gewalterfahrung in die Mitternachtsmission Heilbronn. Häusliche Gewalt sei ein wachsendes Problem.

Jede dritte Frau erfährt in ihrem Leben Gewalt, sagt Alexandra Gutmann, die Leiterin der Mitternachtsmission in Heilbronn. Wie viele Frauen betroffen sind, wird auch an den Zahlen in Heilbronn deutlich: Zur Beratungsstelle der Diakonie kommen täglich Frauen, die vor kurzem Gewalt erfahren haben. Insgesamt sind es über 600 Frauen pro Jahr.

"Es vergeht hier kein Tag, an dem wir nicht mindestens eine Frau aus einer akuten Gewaltsituation heraus begleiten."

Immer mehr Gewalt gegen Frauen

Zum Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November soll das Problem mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden. Denn anstatt weniger Taten zu registrieren, steigen die Fallzahlen seit Jahren, sagt Gutmann. Am meisten zu tun habe die Mitternachtsmission mit Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffenen sind. Nach den Angriffen werden diese meist in längeren Prozessen zu begleitet, um aus ihrer Gewaltsituation heraus zu kommen, so Gutmann.

vv.l.n.r.: Alexandra Gutmann, Leiterin der Mitternachtsmission in Heilbronn, und eine Mitarbeiterin im dortigen Büro (Foto: SWR)
In der Mitternachtsmission Heilbronn

Polizei geht von vielen unbekannten Fällen aus

Das große Problem sei die hohe Dunkelziffer: Frauen - aber auch Männer - trauen sich oft nicht, die Gewalttäter, meist Familienangehörige, anzuzeigen oder die Taten zu melden, sagt Daniel Fessler vom Polizeipräsidium Heilbronn. Deshalb sei es besonders wichtig, auf sich aufmerksam zu machen und auch eine Anzeige zu erstatten. Nur so kann die Polizei aktiv werden.

"Dann sorgen wir natürlich dafür, dass der Gewaltexzess beendet wird und die Opferperson in Sicherheit kommt."

STAND
AUTOR/IN