Hohenlohekreis plant Aktionen

Tag der Kinderhospizarbeit 2022

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Tod und Trauer sind in der Gesellschaft noch immer ein blinder Fleck. Am Tag der Kinderhospizarbeit will der Hohenlohekreis ein Zeichen setzen.

Am 10. Februar jährt sich der Tag der Kinderhospizarbeit. Er wurde 2006 vom Deutschen Kinderhospizverein ins Leben gerufen und soll das Thema "Tod und Sterben von jungen Menschen" enttabuisieren. Auch im Hohenlohekreis finden dazu verschiedene Aktionen statt.

Mit beleuchteten Gebäuden wird ein Zeichen gesetzt

In grün sollen am Donnerstagabend drei Gebäude illuminiert werden - die Farbe der Kinderhospizarbeit. Beleuchtet werden die alte Turnhalle in Öhringen, der Rathausturm in Künzelsau sowie das Carmen Würth Forum.

Für Birgit Bährle, Koordinatorin der Kinderhospizarbeit im Hohenlohekreis ein wichtiges Zeichen. Es gehe darum, die Angebote bekannter zu machen. Das Wort "Hospiz" habe außerdem für viele Menschen eine abschreckende Wirkung. Der Begriff werde oft falsch assoziiert.

Jahrelange Begleitung

Bei der Hospizarbeit geht es um Lebensbegleitung über Jahre hinweg, nicht erst am Lebensende, erklärt Birgit Bährle. Das Angebot richtet sich außerdem auch an die Eltern und Geschwister der erkrankten Kinder. Für viele sei es jedoch schwer, die Nähe und Unterstützung überhaupt zuzulassen.

"Es geht um Entlastung, Normalität und es geht um Kontakt."

Viele rutschen in die Isolation

In Deutschland leben rund 50.000 Kinder und Jugendliche mit einer Erkrankung, an der sie frühzeitig sterben werden. Ein Thema, mit dem sich auch die gebürtige Heilbronnerin Tanja Landes unweigerlich beschäftigen musste.

Als Mutter eines schwerkranken und inzwischen verstorbenen Sohns hat Tanja die Trauer selbst erlebt. Sie hatte sich isoliert gefühlt, weil sich ihr Umfeld aus Überforderung immer weiter zurückgezogen hatte, erzählt sie. Es entstand der Wunsch, ihr Wissen und ihre Erfahrung mit anderen Menschen zu teilen. Heute engagiert sich Tanja als Klinikclown und gibt Seminare.

Clown und Tod - Wie passt das zusammen?

Als Klinikclown "Lotti" ist die Trauerexpertin zum Beispiel in Kinderkliniken oder auch Seniorenheimen unterwegs. Hierbei kommt sie mit den Menschen ins Gespräch und sorgt für einen anderen Blickwinkel.

"Der Clown ist für mich das Sinnbild eines Stehaufmännchens."

Ihr Auftritt ist dabei keinesfalls albern, viel eher nimmt sie bei ihren Besuchen eine wertschätzende, aber gelöste Haltung ein. Es soll Leichtigkeit vermittelt werden. Diese Haltung brauche es, um im Umgang mit dem Tod eine gute Stütze sein zu können, sagt Tanja Landes. 

Es beginnt mit einem Klopfen an der Tür und der Frage, ob sie eintreten könne. Was danach passiere sei sehr individuell. "Ich stelle mich als Projektionsfläche zur Verfügung. Das heißt, es darf einfach alles sein. Und dadurch lade ich mein Gegenüber ein, sich zu öffnen. Und das passiert eigentlich fast immer", so Tanjas Erfahrung.

Seminare zum Umgang mit dem Tod

Neben der Rolle als Klinikclown "Lotti" berät die Mutter in Seminaren auch über den Umgang mit Tod und Trauer. Dabei gebe es kein Richtig oder Falsch, betont sie. Es sei aber wichtig, sich der Trauer zu stellen. In Anspruch genommen werden die Seminare beispielsweise von Krankenhäusern oder Hospizeinrichtungen, die ihr Team für herausfordernde Situationen resilienter machen wollen.

Von der Rolle des Clowns in die der Seminarleiterin zu schlüpfen, erscheint im ersten Moment als weiter Sprung. Doch eines vereint beide Rollen laut Tanja: Die Haltung. Leichtigkeit und Lebensfreude sind für die gebürtige Heilbronnerin zentrale Faktoren im Umgang mit Trauer. Sie wünscht sich einen offenen Umgang mit dem Tod. Niemand soll sich bei dem Thema allein gelassen fühlen.

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SWR