Lederer GmbH (Foto: SWR, Simon Bendel)

Werkzeugbau soll ausgelagert werden

Gewerkschaft fürchtet um Lederer-Standort in Öhringen

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Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Lederer-Betriebsrat Öhringen (Hohenlohekreis) fordern eine klare Haltung der Freudenberg-Group zum Standort.

Am Mittwoch wurde über die aktuelle Situation in Öhringen informiert. Bei der Freudenberg-Tochter Lederer soll der Werkzeugbau mit aktuell 28 Mitarbeitern nach Gewerkschaftsangaben ausgelagert werden, um Kosten einzusparen. Diese Rechnung geht laut Betriebsrat nicht auf: Die häufige Wartung der Spezialwerkzeuge für die Produktion sei aufwändig. Müsse das ein externer Anbieter machen, könne es sein, dass die Produktion stillsteht. Zudem müsse das Werkzeug für die Silikonherstellung sehr genau gewartet werden, was mit externen Partnern zu Mehrkosten führen würde.

Sorge um stiegende Kosten

"Man hat noch nicht einmal einen externen Partner gesucht, von dem man sagen kann, dass er es günstiger macht. Dieses Angebot gibt es noch gar nicht", kritisiert Andreas Klose IG-BCE-Bezirksleiter. Werde der Werkzeugbau erst ausgelagert, sei das möglicherweise nur der erste Schritt. Er fürchtet die Schließung der Produktion und des Standorts Öhringen, falls die Kosten weiter steigen und das mit den neuen Plänen der Freudenberg-Group mit Sitz in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) nicht einherginge.

"Wir haben auch gesagt: Wir vergleichen die internen und externen Kosten. Und je nachdem wie das Ergebnis ist, werden wir verhandeln. Darauf hat sich die Geschäftsleitung nicht eingelassen."

Die Gewerkschaft fürchtet um den Standort von Lederer in Öhringen (Foto: SWR, Simon Bendel)
Die Gewerkschaft fürchtet um den Standort von Lederer in Öhringen Simon Bendel

Zusicherung für Standort Öhringen steht aus

Zwar habe die Freundenberg-Group in einem Pressestatement mitgeteilt, den Standort Öhringen keinesfalls schließen zu wollen, eine schriftliche Zusicherung, die vom Betriebsrat gefordert wird, steht aber noch aus.

Bereits 2015 stand eine Werkzeugbau-Auslagerung nach Österreich zur Debatte, damals einigte man sich mit der Geschäftsführung auf eine Alternative. Jetzt sieht Klose den ehemaligen Lederer-Standort durch die erneuten Auslagerungspläne wieder in Gefahr.

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SWR