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Seit dieser Woche impfen auch Hausärzte flächendeckend gegen Corona. Die Bürokratie und Terminvergabe allerdings ist schwierig. Eine Software aus Heilbronn soll Abhilfe schaffen.

Eine künstliche Intelligenz soll die Terminvergabe übernehmen und optimieren - das verspricht zumindest die Softwarefirma NavaTec aus Heilbronn. Denn: bisher gestaltet es sich für Impfberechtigte schwierig, einen Termin zu ergattern.

Hausarzt-Patienten hoffen auf Erleichterung bei Corona-Impfung

Nun sind auch die Hausärzte mit von der Partie. Patienten versprechen sich hiervon vor allem Erleichterung und individuelle Beratung zur Corona-Impfung. Wie soll der Arzt des Vertrauens das aber bei der Flut von Patienten stemmen?

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Der Plan: Impftermine und Hausärzte zusammenbringen

Die Heilbronner Softwarefirma NavaTec schloss sich mit Dr. Achim Wallau, einem Arzt aus Wiesbaden, zusammen. Gemeinsam tüftelten die Experten daran, wie man schnelle Impftermine und die Hausärzte zusammenbringen könnte. Zusammen entwickelten sie den Impfplaner 4.0, erzählt der Heilbronner Chef der Softwarefirma Arash Nawwaby. Denn bisher scheint die bisherige Planung der zuständigen Ministerien zeitweise noch konfus: Wer hat die Impfung schon bekommen, wer ist noch dran? Das wissen weder Impfzentren noch Hausärzte. Momentan, so Nawwaby, gibt es vereinzelt Fälle, bei denen Menschen, die bereits durchgeimpft sind, Schreiben bekommen, die sie zur Impfung einladen.

"Auch die Hausärzte wissen nicht, wer von den Patienten schon geimpft wurde. Die Impfzentren haben nicht die Daten der Hausärzte. Wenn die Daten zentralisiert gespeichert werden, hat man einfach einen besseren Überblick."

Arash Nawwaby, NavaTec Heilbronn
Mitarbeiter des Softwareentwicklers NavaTec aus Heilbronn bei der Arbeit (Foto: SWR)

Je nach Kapazität: Termin beim Hausarzt oder im Impfzentrum

Die Idee des Impfplaners ist einfach: Der Hausarzt steht im Zentrum der Vergabe und hat mit der Software den Überblick. Für die Patienten heißt das, sie wenden sich lediglich an den eigenen Hausarzt und der kann, wenn er freie Kapazitäten hat, direkt selbst impfen oder dem Patienten einen Termin im Impfzentrum buchen. Spätestens wenn sich die Impfstoffmengen erhöhen, könnten so viele Prozesse optimiert werden, meint der mitentwickelnde Hausarzt Dr. Achim Wallau.

"Wir müssen ja zügig impfen, das wird von allen gefordert, von Virologen und von der Politik. [...] Der Impfplaner verteilt auf die Spezialisten und der Hausarzt impft seine Patienten, die er schafft."

Dr. Achim Wallau, Hausarzt Wiesbaden

Bundesländer zögern noch bei Softwarenutzung

Wenn es nach der Heilbronner Firma geht, könnte der Impfplaner - bei der aktuellen Zahl der Impfdosen - die Zeit, bis alle durchgeimpft sind, halbieren, sagt Nawwaby. Doch die Kunden, also die Bundesländer, zögern noch.

"Die Nutzung könnte sofort losgehen - könnte - wenn das Land Baden-Württemberg oder Hessen mitziehen würde, dann könnte man innerhalb einer Woche mit der Plattform online gehen. "

Arash Nawwaby, NavaTec Heilbronn

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