Ein junges Paar schmust am 02.12.2006 im Bett in Berlin (Symbolbild zum Thema Beziehung, Sexualität, Erotik, Liebe). (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Jörg Lange)

Skurrile Auszeichnung der Harvard-Universität für HNO-Ärzte

Sex statt Nasenspray: Ig-Nobelpreis für Mediziner aus Heilbronn und Heidelberg

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In der Nacht ist der Ig-Nobelpreis in den USA verliehen worden - auch an Mediziner aus Heilbronn und Heidelberg: Bei ihnen ging es ums Thema Sex.

Der lg-Nobelpreis in der Kategorie "Medizin" ging unter anderem an Professor Dr. Cem Bulut von den Heilbronner SLK-Kliniken und seinen Kollegen Dr. Ralph Hohenberger von der Uniklinik Heidelberg. Die beiden erbrachten den Beweis, dass Orgasmen genauso effektiv wie abschwellende Medikamente dabei helfen, die Nasenatmung zu verbessern.

Nasenspray hilft länger als Sex

Für den 37-jährigen Cem Bulut steht fest, dass "der Sex mit Orgasmus bis zu 60 Minuten den gleichen Effekt hat, wie abschwellendes Nasenspray". Danach aber habe das Spray die Nase vorn - das Liebesspiel das Nachsehen. Der "Sex-Effekt" lasse irgendwann nach, das Nasenspray verschaffe etwas länger Erleichterung beim Atmen.

Forschung durch Selbstbeobachtung

Auf das Thema kam Bulut durch Selbstbeobachtung, wie er sagt. Er habe selbst schon einen kleinen Effekt bemerkt - und das mehrmals. Im Freundes- und Bekanntenkreis wurde nachgefragt - auch hier gab es die Bestätigung.

Prof. Dr. med. Cem Bulut, MHBA, Ig-Nobelpreisträger (Foto: privat)
Prof. Dr. med. Cem Bulut, MHBA, Ig-Nobelpreisträger privat

Für die besondere Studie hatte der Professor im vergangenen Jahr 36 Freiwillige rekrutiert. Mit einem mobilen Gerät wurde unter anderem die Nasenatmung vor und nach dem Sex gemessen. Hintergrund für die verbesserte Atmung durch die Nase sei, dass der Geschlechtsakt sportliche Betätigung sei. Er sei aber auch mit Erregung verbunden und mit dem Orgasmus kämen dann Hormone mit ins Spiel. Die Kombination sorge nun anscheinend dafür, dass die Schleimhaut in der Nase abschwillt - der Nasenspray-Effekt. Davon profitierten allerdings nur die Menschen, die schon von vornherein schlecht Luft bekommen haben.

Dr. med. Ralph Hohenberger, Ig-Nobelpreisträger (Foto: privat)
Dr. med. Ralph Hohenberger, Ig-Nobelpreisträger privat

Hinter dem Preis steckt die renommierte Harvard-Universität. Gekürt werden wissenschaftliche Studien, die "erst zum Lachen und dann zum Denken anregen sollen". Sie sollen laut Veranstalter das Ungewöhnliche feiern und das Phantasievolle ehren. Der Name kommt aus dem englischen "ignoble", was "unehrenhaft" bedeutet.

Übergewicht als Indikator für Korruption?

Wissenschaftler aus Frankreich, der Schweiz, Australien, Österreich, Tschechien und Großbritannien bekamen den Preis in der Kategorie "Wirtschaft" für die Entdeckung, dass das Übergewicht der Politiker und Politikerinnen eines Landes ein guter Indikator für die Korruption in diesem Land sein könnte.

Weitere deutsche Wissenschaftler- und Wissenschaftlerinnen erhielten unter anderem die Ehrung in der Kategorie "Chemie" für die chemische Analyse der Luft in Kinos. Sie erforschten, ob die von Zuschauern produzierten Gerüche zuverlässig den Grad an Gewalt, Sex, antisozialem Verhalten, Drogenmissbrauch und Fluchen im Film auf der Leinwand widerspiegeln.

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