E-Ladesäule und E-Fahrzeug der elektrischen Carsharing Flotte der ZEAG Heilbronn (Foto: SWR)

Lade-Infrastruktur in Heilbronn-Franken soll ausgebaut werden

E-Mobilität auf dem Vormarsch - Mehr Ladesäulen geplant

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Jan Arnecke

Die Zahl der Elektroautos im Verkehr steigt. Diesem Trend wollen sich die Ladesäulenbetreiber in Heilbronn-Franken anpassen und planen einen Ausbau der Lade-Infrastruktur.

Die Stadtwerke Heilbronn und weitere Anbieter von Ladepunkten wollen die Lade-Infrastruktur für E-Fahrzeuge weiter ausbauen. Hintergrund ist die Prognose, dass bis zum Jahr 2030 zehnmal so viele E-Autos auf den Straßen unterwegs sein werden wie bisher, so Erik Mai, Leiter der Heilbronner Stadtwerke.

"Wir haben ja ein Programm, das vorsieht, 150 Ladepunkte pro Jahr zu errichten. [...] da wird es einen Gleichklang geben im Aufbau der Infrastruktur zu der exponentiellen Kurve, die auch bei Zulassungszahlen stattfindet.“

E-Quartiershub Stuttgart (Symbolbild) (Foto: Pressestelle, Stadtwerke Stuttgart)
Die Stadtwerke Heilbronn und weitere Anbieter von Ladepunkten wollen die Lade-Infrastruktur für E-Fahrzeuge weiter ausbauen. (Symbolbild) Pressestelle Stadtwerke Stuttgart

Betreiber und sogenannte Operatoren dieser Ladepunkte wie der Energieversorger ZEAG aus Heilbronn, aber auch die EnBW oder die Stadtwerke Heilbronn selbst planen mit den prognostizierten Zulassungszahlen von E-Fahrzeugen in der Zukunft.

"Insgesamt betreibt die EnBW heute mehr als 700 Schnellladestandorte in ganz Deutschland […] 2025 werden wir 2.500 entsprechende Ladestandorte betreiben."

In Heilbronn-Franken ist die ZEAG vorne mit dabei. Rund 200 Ladepunkte an 52 Standorten betreibt der Energieversorger in und um Heilbronn. Hinzu kommt eine stetig wachsende Flotte an E-Autos im Carsharing und die Pläne, das Netz weiter auszubauen. Auch die Stadtwerke legen ambitionierte Pläne vor. Zusammen mit der Stadt Heilbronn habe man geplant, künftig 150 Ladepunkte pro Jahr zusätzlich einzurichten, erklärt Mai. Aktuell betreibe man "knapp über 80 Ladepunkte im städtischen Gebiet".

Infrastrukturkosten der Ladesäulen machen rund 70 Prozent des Preises aus

Theoretisch kann jeder Bürger und jede Bürgerin mit einem E-Fahrzeug auch an diesen Ladepunkten das eigene E-Auto aufladen – ganz egal mit welcher Ladekarte. Doch dann wird es für viele kompliziert, es ist von einem regelrechten Preisdschungel die Rede. Dabei sei es wie mit den Handytarifen, so erklärt es Tim Vogelmann, der Teamleiter E-Mobilität und Infrastruktur bei der ZEAG. Die Gebühr richte sich nicht nach dem Sendemast, respektive der Ladesäule, sondern nach dem Mobilfunkvertrag, den man abgeschlossen habe.

"So eine Schnellladestation, da sind wir schnell mal bei 100.000 Euro [Kosten]. Das müssen sie ja auch irgendwie wieder reinspielen."

So sei es auch bei den E-Ladesäulen. Die ZEAG beispielsweise sei Operator, erklärt Vogelmann weiter. Das bedeutet, sie stellt die Säulen und den Strom zur Verfügung und stellt auch sicher, dass die Ladesäulen störungsfrei funktionieren und gewartet werden. Erik Mai von den Stadtwerken schätzt, dass die Infrastrukturkosten rund 70 Prozent des später auf die Kilowattstunde umgeschlagenen Preises ausmachen. Hinzu kommen dann Strom und laufende Kosten und je nach Betreiber noch entsprechende Grundgebühren.

Es könne aber schon Preisunterschiede bei den Verträgen zwischen Operatoren und Betreibern geben, je nachdem, wann diese abgeschlossen wurden und wie zu dieser Zeit die Konditionen waren, führt Vogelmann weiter aus. Daher gebe es manchmal verwirrende Preisunterschiede.

Entwicklung der Lade-Kosten noch ungewiss

Aktuell bangt es, vor allem im Süden Deutschlands, aber auch vielen vor dem Winter, vor allem um die Stromversorgung machen sich die Menschen Sorgen, was nicht zuletzt dazu geführt hat, dass das Atomkraftwerk Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) länger laufen soll. Wie sich diese Entwicklung bei Stromkosten allerdings auf die Preise beim Laden an der E-Ladesäule auswirken werden, dazu könne man aktuell noch nichts sagen, so der Tenor von ZEAG, EnBW und auch den Heilbronner Stadtwerken.

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Die stark schwankenden Strompreise ließen keine genauen Zukunftsprognosen zu, erklärte beispielsweise Mai von den Stadtwerken. Sein Gefühl sei, dass gerade alle Anbieter planen und kalkulieren würden, ob die Preise angepasst werden müssten und wie stark. Das deckt sich auch mit den Aussagen beispielsweise von der ZEAG.

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