Schloss Affaltrach (Foto: SWR, Simon Bendel)

Großer Sektproduzent in Württemberg mit Umsatz zufrieden

Zu Silvester gehört Sekt für viele einfach mit dazu

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Alexander Dambach

An Silvester ploppen bei vielen die Sektkorken. Aber was kommt in die Gläser? Prickelndes aus der Region oder aus dem Ausland? Das Weingut Schloss Affaltrach verkauft viel Sekt.

Sekt ist gefragt auch im zu Ende gehenden krisenreichen Jahr 2022. Die letzten drei Monate sind traditionell das "Endjahresgeschäft" beim Weingut Schloss Affaltrach in Obersulm-Affaltrach (Kreis Heilbronn).

Der Familienbetrieb mit 80 Mitarbeitern produziert pro Jahr gut 3,5 Millionen Flaschen Sekt. Mit den Umsätzen ist man zufrieden, auch wenn die Zahlen vor Corona noch nicht wieder erreicht sind.

"Gerade zu Silvester haben wir natürlich einen Sekt-Boom. Das neue Jahr wird meist mit einem Glas Sekt angestoßen."

Das Sekt-Geschäft ist alles andere als einfach. Es gibt große Sektproduzenten, die den Markt dominieren und die Preise drücken. Der Lebensmittelhandel versucht mit Schnäppchen-Preisen beim Sekt Kunden zu gewinnen. Geschäftsführer Thomas Baumann treiben derzeit aber noch ganz andere Herausforderungen um. Die hohen Energiepreise und die Verfügbarkeit etwa von Flaschen oder Materialien.

Schloss Affaltrach (Foto: SWR, Simon Bendel)
Schloss Affaltrach Simon Bendel

Drastische Preisaufschläge würden sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche ziehen. Konkret nennt Baumann etwa auch Agraffen, die Drahtgestelle zum Halten der Sektkorken. Auch Papier und Pappe seien teurer geworden.

"Wir können diese enormen Preissteigerungen natürlich nicht 1:1 weitergeben."

Das Weingut Schloss Affaltrach hat die Preise bereits "moderat" angepasst. Da es viele Kunden aus der Hotellerie und Gastronomie gebe, die durch Corona besonders gebeutelt worden seien, müsse man hier bei der Preisgestaltung auch Rücksicht nehmen, so Baumann.

Wertschätzung für regionale Produkte gewünscht

Die Inflation und die hohen Energiepreise führten dazu, dass Geld bewusster ausgegeben werde. Es sei daher klar, dass Konsumenten auch zu Produkten greifen würden, die sehr viel günstiger seien. Der Firmenchef wünscht sich noch mehr Wertschätzung gerade für regionale Produkte. Die Weingärtner würden eine "enorme Arbeit" leisten.

"In Württemberg gibt es viele tolle Sekte von Weingütern oder Genossenschaften."

Ganz stark im Kommen sei weiterhin der Rosé-Sekt, so Baumann. An Silvester würden zudem sehr gerne hochwertige regionale Sekte getrunken. In Württemberg gebe es immer mehr Rebsortensekte, etwa aus Muskattrollinger, Traminer oder Weißburgunder.

Allerdings sinke der Pro-Kopf-Sektverbrauch deutlich. Laut Baumann lag der 2014 noch bei 4,5 Litern pro Kopf und Jahr. Aktuell betrage er 3,2 Liter. Das sei schon ein beachtlicher Rückgang. Im Sortiment gibt es inzwischen auch einen alkoholfreien Sekt. Diese Sparte will das Familienunternehmen weiter ausbauen.

"Die Geschmackspräferenzen bei Sekten sind Gott sei dank ganz unterschiedlich ausgeprägt."

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