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Oberbürgermeister Harry Mergel nannte ihn beim Start des Projekts den "grünen Schatz" von Heilbronn. Und genau dort, also im Stadtwald, sollen Heilbronner Schüler unter fachlicher Anleitung langfristig den Wald erkunden.

Den Start vergangene Woche machten Schüler der siebten Klasse der Dammrealschule Heilbronn. Sie dürfen ein Waldstück zwischen Schweinsberg und Gaffenberg ein Jahr lang ihr Eigen nennen. Danach werden die Parzellen dann schulintern an eine nachrückende Klasse übergeben. Doch bis dahin dürfen sie tatkräftig mit anpacken.

Raus aus dem Klassenzimmer – rein in den Wald

Links und rechts hohe Bäume, viel erdiger Waldweg und vor allem auch gute Laune bei den Kindern, die man doch noch zum Staunen bringen kann: "Das ist cool hier, die Bäume, die Sonne", schwärmt der 11-jährige Dennis, der noch nie hier oben im Stadtwald war. Ein anderer freut sich, dass er jetzt seinen eigenen Wald bepflanzen darf.

Und tatsächlich: Im Moment fallen die Früchte des Speierlings herunter. Waldpädagoge Immanuel Schmutz erklärt, dass es sich dabei um eine seltene Baumart bei uns handelt.

"Die Früchte sehen aus wie kleine Birnchen und die Schüler dürfen sich ein Tütchen dieser Samen mitnehmen und dann im Frühjahr auspflanzen."

Immanuel Schmutz, Abteilungsleiter Forst und Landwirtschaft der Stadt Heilbronn
Zum Start des Schulwaldprojekts pflanzten Oberbürgermeister Harry Mergel (r.) sowie (v.l.) Schul-, Kultur- und Sportamtsleiterin Karin Schüttler und Thomas Braun, Geschäftsführer der Sozialstiftung Kreisparkasse Heilbronn, mit Hilfe von Forstwirt Maximilian Palm, eine Eiche (Foto: SWR, Ulrike Schirmer)
Zum Start des Schulwaldprojekts pflanzten Oberbürgermeister Harry Mergel (r.) sowie (v.l.) Schul-, Kultur- und Sportamtsleiterin Karin Schüttler und Thomas Braun, Geschäftsführer der Sozialstiftung Kreisparkasse Heilbronn, mit Hilfe von Forstwirt Maximilian Palm, eine Eiche. Ulrike Schirmer

"Gibt es hier Schlangen"

Ziel sei es, den Schülern die Möglichkeit zu geben, sich mit Naturthemen praktisch auseinanderzusetzen, so Schmutz. Von den Forstleuten und Waldpädagogen, die das Projekt begleiten, gibt es tatkräftige Unterstützung: Egal ob beim Hacken und Sägen von Holz, dem Einschlagen der Pfosten, die den Schulwald abgrenzen, und auch bei wichtigen Fragen wie "gibt es hier Schlangen?".

Die Frage der 12-jährigen Elisa nach Schlangen kann der Waldpädagoge verneinen, dafür sehen die Schüler allerdings Eidechsen, sämtliche Insekten und hören lautes Vogelgezwitscher. Am Ende sind die Schüler zwar ausgepowert, aber glücklich und alle freuen sich darauf, bald wieder hierher zu kommen - in ihren eigenen Wald.

Ein Schüler schlägt einen Pfosten in den Waldboden beim Projekt Schulwald (Foto: SWR)
Den Schülern müsse auch das Arbeiten mit gefährlichem Werkzeug zugetraut werden - natürlich nicht ohne fachliche Anleitungs, so der Waldpädagoge. Bild in Detailansicht öffnen
Beim Schulwald-Projekt kommt man ganz schön ins schwitzen. Bild in Detailansicht öffnen
In einem ausrangierten Holz-Pavillion der Heilbronner Bundesgartenschau lagern jetzt die Werkzeuge der Schüler. Bild in Detailansicht öffnen
Waldpädagoge Immanuel Schmutz teilt den Schülern die Werkzeuge aus. Bild in Detailansicht öffnen
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