Schülerinnen nehmen mit Mund- und Nasenschutz am Unterricht teil. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Matthias Balk)

Ende der Weihnachtsferien in Heilbronn-Franken

Schulstart mit Präsenzunterricht gut angelaufen

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Auch für Schüler in Heilbronn-Franken hat am Montag wieder der Unterricht begonnen. Gleichzeitig breitet sich im Land die Omikron-Variante des Coronavirus immer weiter aus. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert mehr Schutz.

Um den Präsenzunterricht zu ermöglichen, gelten in Baden-Württemberg strengere Corona-Regeln als noch vor den Weihnachtsferien.

Tägliche Testungen in der ersten Woche

Neu ist beispielsweise die Regelung, dass sich Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte, die noch keine Booster-Impfung erhalten haben, in der ersten Schulwoche täglich testen müssen. Die Tests werden von den Schulen bereitgestellt, die wiederum bekommen sie vom Träger. Das habe sehr gut funktioniert, berichtet unter anderem Volker Stephan, Schulleiter der kaufmännischen Schule Bad Mergentheim.

"Das lief alles sehr unaufgeregt. Dadurch, dass die Informationen früh genug kamen, wussten alle Bescheid, Lehrer wie Schüler - und da ist ja inzwischen auch eine gewisse Routine drin."

Teststrategie des Landes sichert Präsenzunterricht

Er findet die Teststrategie des Landes Baden-Württemberg sinnvoll. Bereits nach den Herbstferien, als es an seiner Schule noch "etwas wilder" gewesen sei, was Infektionen angehe, habe man die betroffenen Schülerinnen und Schüler schnell absondern können. Somit mussten keine gesamten Klassen in Quarantäne und der Präsenzunterricht konnte aufrecht erhalten werden.

Covid-19 Schnelltest Kassette auf einem Schulmäppchen für Kinder in der Schule mit Bunten Stiften, Präsents Unterricht mit negativem Corona Schnelltest Testpflicht an der Schule 3G Regel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer)
picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

Der Präsenzunterricht sei wichtig, besonders auch in den jüngeren Jahrgängen, so Bärbel Hetzinger, Schulleiterin der Wartberg Grund- und Werkrealschule Heilbronn. Neben dem Lernen vor Ort misst sie auch dem soziale Kontakt zwischen den Schülerinnen und Schülern eine große Bedeutung zu.

GEW ist pro Präsenzunterricht

Auch wenn die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Sorge auf die Entwicklung der Corona-Infektionen blickt - die Entscheidung beim Präsenzunterricht zu bleiben, hatte die Gewerkschaft ausdrücklich begrüßt. Auch Jana Kolberg, GEW-Kreisvorsitzende Main-Tauber/Hohenlohe, betonte im Gespräch mit dem SWR Studio Heilbronn, dass die Präsenz vor allem für Kinder und Jugendliche gut und wichtig sei.

"Für die Lehrkräfte ist ein lachendes und ein weinendes Auge dabei, denn die Belastung über Fernunterricht ist deutlich höher als der Präsenzunterricht. Aber die Sorge um die Gesundheit schwingt natürlich genauso auch mit."

Heilbronner Elternbeirat findet Präsenzunterricht auch wichtig

Die Heilbronner Gesamtelternbeiratsvorsitzende Viviane Kalisch sagte dem SWR, dass in ihren Augen Präsenzunterricht auf jeden Fall stattfinden müsse. Es könne nicht sein, dass die Schulen wieder geschlossen werden.

"Mit solchen Maßnahmen, wie Testen und Maskenpflicht, hoffe ich, dass trotz Omikron Schulen offen gehalten werden können."

Forderung: Mehr Schutz an Schulen, Kitas und Hochschulen

Kolberg fordert allerdings einen besseren Schutz für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Lehrkräfte. In vielen Gemeinden seien die Hausaufgaben noch nicht gemacht worden, ärgert sich die GEW-Kreisvorsitzende im Gespräch mit dem SWR. Es fehlen beispielsweise immer noch Raumluftreiniger und CO2-Ampeln in vielen Klassenzimmern. Und das übergreifend in Kitas, Schulen und Hochschulen. Weiter wünscht sich Kolberg vom Kultusministerium zum Schutz aller, dass FFP2-Masken zur Verfügung gestellt werden.

Mit Hilfe von CO2-Ampeln kann die Luftqualität in Räumen gemessen werden (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa)
Mit Hilfe von CO2-Ampeln kann die Luftqualität in Räumen gemessen werden picture alliance/Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

Erste Luftfilteranlagen wurden vor den Weihnachtsferien in Heilbronner Grundschulen in den Räumen installiert, die nicht gut zu lüften sind, bestätigte Bärbel Hetzinger. Dennoch sei Lüften weiterhin ein wichtiges Instrument.

Nach Angaben der Stadtverwaltung Heilbronn wurden bisher 55 mobile Geräte installiert. Weitere 35 sind für Räume der Klassenstufen 5 und 6 beauftragt und sollen noch im Januar in Betrieb genommen werden, hieß es. Außerdem wurde für städtische Kitas ein Bedarf für Raumluftfilter festgestellt, die Geräte kommen ab Mitte Januar.

Einheitliche Regelungen

GEW-Kreisvorsitzende Jana Kolberg empfindet einheitliche Regelungen bezüglich der Unterrichtssituation als hilfreich - denn die Schulen hätten aktuell genügend andere Dinge zu regeln, so die Kreisvorsitzende. Zusätzlich noch zu entscheiden, ob die Schule offen oder zu ist, führe zu noch mehr neuen Probleme, vor allem in Gemeinden mit mehreren Schulen: "Wenn die unterschiedlich agieren, wird es einfach auch wieder schwierig", befürchtet Kolberg.

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