Schülerinnen und Schüler sitzen mit Abstand im Unterricht (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Fotograf: Arne Dedert)

Lehrkräfte zum Schulstart mit gemischten Gefühlen

Schul- und Kitastart in der Region Heilbronn-Franken

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Kitas, Grundschulen und Abschlussklassen starten in den Präsenzbetrieb – zwischen Hoffnung und Bangen. Die Stadt Heilbronn erweitert das Testangebot für Kita- und Schulpersonal.

Seit Wochen wird diskutiert, die Meinungen sind unterschiedlich. Fest steht: Kitas sind seit Montag wieder normal geöffnet, in Grundschulen gibt es Wechselunterricht, also mit einem Teil der Klasse vor Ort, dem anderen daheim. Auch für die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen gilt Wechselunterricht – soweit die Vorgaben des Landes.

Schüler und Lehrer erwartungsvoll, aber auch mit Sorgen

An der Elly-Heuss-Knapp Gemeinschaftsschule in Heilbronn-Böckingen lief der Schulbetrieb am Montagmorgen langsam an, berichtet Rektor Harald Schröder. An jedem Tag gebe es zwei Zeitfenster. Die Kinder kommen in zwei verschiedenen Gruppen für jeweils drei Schulstunden. Dazwischen bekommt die Lehrkraft eine Pause – auch zum Desinfizieren des Klassenraumes.

"Die Schüler, Eltern und Lehrer sind natürlich sehr erwartungsvoll. Den Lehrkräften ist aber auch ein bisschen bange, da es ja wieder ansteigende Zahlen gibt und wir nicht wissen, was das für die Schule bedeutet."

Den Start machen in dieser Woche an der Elly-Heuss-Knapp Gemeinschaftsschule die Erst- und Zweitklässler, in der kommenden Woche sollen dann die Klassenstufen drei und vier an die Reihe kommen.

Elly-Heuss-Knapp Gesamtschule. Schulleiter Harald Schröder am PC bei der Planung von Fernunterricht. Standbild aus Beitrag. (Foto: SWR)
Rektor Harald Schröder hat mit seinen Kolleginnen und Kollegen für den Neustart ein Konzept erarbeitet.

Der Erste Landesbeamte des Main-Tauber-Kreises, Christoph Schauder, teilt die Sorgen der Lehrkräfte zu den steigenden Infektionszahlen. Von einer Entwarnung könne noch keine Rede sei. Präsenzunterricht sei dennoch wichtig. Trotzdem müsse man die Infektionslage beobachten.

"Wir haben auch im Main-Tauber-Kreis in den vergangenen Tagen verstärkt Infektionen feststellen müssen und es ist noch gar nicht klar, wie das in den kommenden Tagen und Wochen weitergeht. Da stellen wir uns auf ein sehr dynamisches Infektionsgeschehen ein."

Kita- und Schulpersonal soll geimpft werden

Doch wie soll der sichere Betrieb in Pandemiezeiten gewährleistet werden? Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) will ab Montag auch Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer impfen lassen – und damit wie medizinisches oder Pflegepersonal bevorzugt behandeln. Rektor Harald Schröder, gleichzeitig Kreissprecher der Bildungsgewerkschaft GEW, begrüßt das.

"Wenn tatsächlich seit Monaten gesagt wird, dass Lehrkräfte so eine wichtige Rolle haben, finde ich es auch richtig, dass wir, die mit ganz vielen Haushalten viele Stunden zusammen sind, auch diese frühere Impfmöglichkeit bekommen."

Außerdem soll Kita- und Schulpersonal die Möglichkeit bekommen, sich zweimal die Woche beim Arzt oder in Apotheken testen zu lassen.

Heilbronn bietet vier mobile Teststationen an

Die Stadt Heilbronn will dieses Angebot noch ergänzen: Sie richtet vier mobile Teststationen ein, an denen das Personal an Schulen einen Corona-Schnelltest machen kann. Neben der Elly-Heuss-Knapp Gemeinschaftsschule auch am Schulzentrum Sontheim Ost, am Robert-Mayer-Gymnasium in der Innenstadt und am technischen Schulzentrum in der Nordstadt.

Ab dem 23. Februar sind die vier Teststationen jeweils am Dienstag und am Freitag von 6:30 Uhr bis 7:30 Uhr in Betrieb. Eine gute Idee, findet Harald Schröder. Nur die Betriebszeiten könnten seiner Meinung nach für manche Kollegin und manchen Kollegen ein Problem darstellen.

"Lehrerinnen und Lehrer, die selber zuhause kleine Kinder haben, haben auch so schon einen gut getakteten Morgen, da könnte es schwierig werden, noch früher aus dem Haus zu kommen."

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