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Der mutmaßliche sexuelle Missbrauch zweier Mädchen durch einen Lehrer der Freien Waldorfschule Schwäbisch Hall, hat Eltern, Lehrer und Schüler schockiert.

Noch immer fällt es vielen schwer zu glauben, was ein Lehrer zwei Schülerinnen angetan haben soll. Vor den Sommerferien hat ein 14-jähriges Mädchen den Mut gehabt, sich einem Sozialarbeiter der Schule anzuvertrauen. Ein Lehrer ihrer Schule soll sie vor Jahren sexuell missbraucht haben. Der Lehrer wurde angezeigt, eine weitere Schülerin meldete sich mit den gleichen Vorwürfen. Nach einer Hausdurchsuchung sitzt der heute 62-jährige mutmaßliche Täter in Haft.

Waldorfschule Schwäbisch Hall Gebäude von außen (Foto: SWR)
Waldorfschule in Schwäbisch Hall: Ein Lehrer soll Schülerinnen missbraucht haben

Schule will Strukturen verbessern

In mehreren Schritten soll ein langer Prozess gestartet werden, um Strukturen zu entwickeln, die künftig den Schülern mehr Schutz bieten. Bereits am vergangenen Freitag haben Lehrer mit externer Begleitung in einer Konferenz die Bewältigung begonnen, so Fabian Stoermer, der die Freie Waldorfschule Schwäbisch Hall leitet.

"Der Schulanfang war sehr schön. Und es gibt auch Freude und Zuversicht bei den Schülerinnen und Schülern. Und gleichzeitig sind wir schon alle beschwert und sehr betroffen."

Fabian Stoermer, Schulleiter Freie Waldorfschule Schwäbisch Hall

Neue Kultur soll Aufmerksamkeit verbessern

Bereits vor Bekanntwerden des mutmaßlichen Missbrauchs wurde eine Schulsozialarbeiterin beschäftigt, sagt Stoermer. Jetzt wolle man aber noch mehr machen. Es soll eine Kultur entstehen, in der man hinschaut und noch aufmerksamer wird, wenn Kinder etwas äußern.

"Man ist fassungslos. Und die mutigen Mädchen, vor denen ich den größten Respekt habe, haben die Sache ans Licht gebracht, wo es auch hingehört."

Vater an der Freien Waldorfschule Schwäbisch Hall

Offener konstruktiver Umgang mit Missbrauchsfall

Bereits kurz nach Bekanntwerden der Ermittlungen habe die Schule die Eltern informiert. Auch in dieser ersten Schulwoche wurde mit Eltern und Schülern über die Situation gesprochen, sagt der Schulleiter. Auch Eltern äußern sich optimistisch, die ausführlichen Informationen seien gut gewesen.

"Die Kinder nehmen das schon als Erschütterung auf und auch als Fassungslosigkeit. Aber gleichzeitig haben sie auch eine gute Klassengemeinschaft und stehen füreinander ein und sind füreinander da."

Mutter an der Freien Waldorfschule Schwäbisch Hall

Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt

Der Landkreis Schwäbisch Hall hat eine Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt eingerichtet. Hintergrund ist der mutmaßliche sexuelle Missbrauch zweier Schülerinnen an der Waldorfschule in Schwäbisch Hall durch einen Lehrer. Die Fachberatungsstelle ist ab sofort mit einer Psychologin besetzt, so das Landratsamt.

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