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An den Schulen sollte es trotz Corona-Pandemie solange wie möglich Präsenzunterricht geben. Das sagte der Heilbronner Gesamtelternbeiratsvorsitzende, Christoph Eberlein, dem SWR Studio Heilbronn.

Man müsse aber abwarten, wie sich die Corona-Zahlen nach dem Teil-Lockdown entwickeln, sagte Eberlein:

"Die Probleme, die wir im Frühjahr hatten, würden ja wiederkehren. Und von der Seite plädieren wir schon dafür, solange es geht, den Präsenzunterricht zu machen. Sollte es irgendwann nicht mehr gehen, die Zahlen zu dramatisch werden, dann ist sicherlich auch das vom RKI favorisierte Modell des Wechselunterrichtes zu favorisieren. Dem würden wir uns nicht verschließen."

Christoph Eberlein, Gesamtelternbeiratsvorsitzender Heilbronn

Corona wirkt sich überall auf Schulbetrieb aus

In ganz Heilbronn-Franken hat das Coronavirus auch große Auswirkungen auf den Schulbetrieb. So sind beispielsweise in Heilbronn derzeit fast 130 Schülerinnen und Schüler samt Lehrkräften in Quarantäne.

Seit Wochen kämpft der Stadtkreis gegen hohe Corona-Neuinfektionen. In Heilbronn sind derzeit 129 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne. Dazu kommen 16 Lehrkräfte. Das sagte eine Stadtsprecherin am Mittwochmittag dem SWR. Sechs Schulen im Stadtgebiet sind demnach betroffen. Komplette Schulschließungen in Heilbronn gebe es aber keine.

Mobile Luftreiniger sind nicht vorgesehen

Heilbronn hat momentan bei den Corona-Fällen wieder die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Land (Stand Dienstagabend). Im Heilbronner Gemeinderat steht daher das Thema Schulen im Zusammenhang mit Corona ganz oben auf der Agenda: Am Freitag wird darüber diskutiert, wie man Infektionen an Schulen wirkungsvoll verhindern kann.

Dabei tendiert die Stadt vor allem zum sinnvollen Lüften. Mobile Luftreiniger würden Geld kosten, das nicht vorgesehen ist, zudem sei die tatsächliche Wirkung unsicher, heißt es. Es bestehe noch die Möglichkeit, Räume mit luftraumtechnischen Anlagen auszurüsten. Zuschüsse dafür gebe es im Rahmen von Sanierungsprogrammen.

Hohenstaufen Gymnasium Bad Wimpfen. Thema Schulen starten heute wieder mit Unterricht. Ein Raum mit Handwaschbecken. (Foto: SWR)
Schulen setzen auf Hygiene

In Heilbronn gibt es rund 2.000 Klassen- und Fachräume an Schulen und Kitas, die über offene Fenster gelüftet werden können. So steht es in der Gemeinderat-Drucksache. Auch die Dauer des Lüftens wird vorgeschlagen: im Winter - wenn es kalt ist -  drei bis fünf Minuten, bei warmen Temperaturen zehn bis 20 Minuten.

In "pandemischer Phase" sind Einbußen hinzunehmen

Das Lüften hat Auswirkungen: Der Unterricht wird unterbrochen, die Heizungen laufen hoch. In einer – so wörtlich – "pandemischen Phase" seien solche Einbußen aber hinzunehmen und auch ein höherer Energieverbrauch in Kauf zu nehmen, heißt es in dem Schreiben an den Gemeinderat. Schüler und Lehrer sollen sich also warm anziehen – im wahrsten Sinne des Wortes.

"Einer bringt es nach Hause und dann hat man einen Ausbruch innerhalb einer Familie. Bis der Erste erkannt ist, waren die anderen, die schon ansteckend sind, aber keine Symptome haben, trotzdem noch am Arbeitsplatz oder in der Schule."

Pascale Welisch, Leiterin Gesundheitsamt Schwäbisch Hall

Nicht nur der Gemeinderat in Heilbronn sorgt sich um die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler. Im Fokus seien beispielsweise auch die Schulwege, hieß es schon vor einigen Tagen aus dem Wertheimer Ordnungsamt (Main-Tauber-Kreis). Bei Schulwegkontrollen sei aufgefallen, dass einige Schüler sich nicht an die geltenden Abstandsregeln halten. Das übliche Begrüßen mit Handschlag, Wangenkuss und Umarmung sei immer noch gang und gäbe.

Corona-Infektionen werden in die Familien getragen

Problematisch wird es, wenn Infektionen dann in die Familien getragen werden, so das Schwäbisch Haller Gesundheitsamt. Auch ohne Feiern hält die Leiterin Pascale Welisch die Ansteckungsgefahr dort für besonders hoch: Bis eine Infektion erkannt ist, seien andere Mitglieder der Familie schon wieder bei der Arbeit oder in der Schule gewesen.

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