Ein Mann ist mit Handschellen auf den Rücken gefsselt und wird von einem Polizisten festgehalten. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Johannes Neudecker)

Verdacht auf Menschenhandel und Ausbeutung

Schleuserbande in Heilbronn zerschlagen

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Drei Festnahmen und Strafzahlungen im sechsstelligen Eurobereich: Der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Heilbronn ist ein Schlag gegen eine Schleuserbande gelungen.

Rund 400 Einsatzkräfte von Polizei, Hauptzollämtern und Ausländerämtern haben letzte Woche im Auftrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn 16 Objekte durchsucht - wegen des Verdachts organisierter Schwarzarbeit. Im Rahmen der Durchsuchungen wurden drei Haftbefehle gegen die Hauptbeschuldigten vollstreckt. Unter anderem geht es um Menschenhandel. Die Strafzahlungen bewegen sich wohl im sechsstelligen Eurobereich.

Vorwürfe reichen von Veruntreuung bis Menschenhandel

Nach ersten Erkenntnissen arbeiteten eingesetzte Arbeiter deutlich zu lang. Zudem erhielten sie Schwarzlohnzahlungen unter Mindestlohnniveau, so die Staatsanwaltschaft und das Hauptzollamt Heilbronn am Montag in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Sieben Beschuldigten wird daher banden- und gewerbsmäßiges Schleusen von Ausländern, Menschenhandel, Ausbeutung von Arbeitskräften sowie das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt vorgeworfen. Bei Krankheit soll es keine Lohnfortzahlung gegeben haben.

Prekäre Bedingungen für Arbeiter und Arbeiterinnen aus dem Ausland

Bei den ausländischen Arbeitnehmern handele es sich teilweise um Analphabeten. Aufgrund der Sprachbarriere seien sie nicht in der Lage gewesen, die deutschen Behörden über ihre Notlage zu informieren, heißt es in der Pressemitteilung.

Auch die prekären Unterkunfts- und Arbeitsbedingungen der ausländischen Arbeiter und Arbeiterinnen stehen im Fokus der Ermittlungen. Es wurden daher Vertreter des Gewerbeaufsichtsamtes und von Einrichtungen der Opferhilfe hinzugezogen.

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