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In Lauffen an der Neckarschleuse (Kreis Heilbronn) hat es Dienstag ein seltenes "Spektakel" gegeben: Neue Obertore wurden eingebaut.

Aus Dessau mit dem Schiff waren die neuen Tore der Roßlauer Schiffswerft angeliefert worden. Die Untertore wurden schon Ende Juni verbaut, die kleineren Obertore zwischengelagert. Ein riesiger Hydraulikkran der 500-Tonnen-Klasse setzte sie am Dienstag ein. Zwar wiegt ein Torflügel nur etwas mehr als 21 Tonnen, da aber das Krankgewicht rund 40 Meter weit weghängt, brauche es einen solchen Kran für die Reichweite, so Bauleiter Thomas Steinmetz. Die Spezialfirma der Tore hat viel Erfahrung und so klappte der Einhub am Dienstag reibungslos.

Schleuse soll später ferngesteuert werden

Noch ist viel zu tun. Wenn die Sanierungs-Arbeiten einmal alles fertig sind, können deutlich mehr Schiffe die Schleuse passieren. Zudem sollen die Schiffe schneller einfahren können.

Zunächst finden nun Feineinstellungen an den Toren statt. "Wir haben hier ein hochgenaues System an den Toren, damit wir im Fall einer Havarie diese schnell tauschen können", erklärt Steinmetz. Danach folgen bis circa Oktober Betonarbeiten und die Außenlagen sind noch zu machen. Auch soll die Schleuse später ferngesteuert werden können.

"Aktuell suchen wir nach einer Firma, die uns die Elektroniktechnik der Gesamtanlage erneuert. Da hoffen wir, dass die Arbeiten im Herbst richtig beginnen können. Die Gesamtmaßnahme wird noch bis 2022 dauern. Wir hoffen, dass ab Ende 2022 wieder erste kommerzielle Schiffe durch die Schleuse fahren können."

Davor müssen alle Vorgänge noch intensiv geprobt werden. Geplant ist, dass die Tore an der Schleuse etwa 50 Jahre halten, bis sie erneut ausgetauscht werden müssen.

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