Blacksheep Festival (Foto: blacksheep)

Vor allem kleine und mittlere Veranstaltungen schwächer nachgefragt

Wegen Corona und Inflation fehlen Besucher: Lage für Konzertveranstalter teils "dramatisch"

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Konzertveranstalter in der Region beklagen schlechte Verkaufszahlen. Die Gründe sind vielfältig: Corona, ein "Ticketstau" nach zwei Jahren, aber auch die Inflation.

Der Aufbau für das blacksheep Festival übernächstes Wochenende in Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) läuft. Das Festival ist ehrenamtlich organisiert, hat sich in den vergangenen Jahren aber einen Namen gemacht, indem es immer wieder bekannte Künstler nach Rappenau gelockt hat. Doch der Vorverkauf in diesem Jahr war so schleppend wie nie, sagt Ulrike Plapp-Schirmer, Vorstandsmitglied des Trägervereins Kulturinitiative Bonfeld e.V.

Den Trend zu einem immer später anlaufenden Vorverkauf gebe es schon länger, dieses Jahr seien die Menschen aber besonders spät "in die Puschen gekommen".

"Wir denken, dass die Leute sichergehen wollten, dass Festivals wirklich stattfinden, dass sie gesund sind und dass sie ohne Beschränkungen, ohne Masken, ohne Auflagen auf Festivals gehen können."

Erst seit ein paar Tagen ziehe die Nachfrage an. Doch so voll wie in den Vorjahren wird es dieses Jahr auf dem Festivalgelände im Schlossgarten wohl nicht werden.

In Waldenburg Konzerte vor nur drei Besuchern

Noch schlimmer ist die Lage im "Gleis 1", ehemaliger Bahnhof in Waldenburg (Hohenlohekreis) und heute eine Konzertkneipe. Der Terminkalender ist eigentlich auf einen Neustart nach Corona ausgelegt - aber die Gäste fehlen. Zum letzten Konzert vergangenen Samstag seien nur drei Gäste gekommen, berichtet Cläre Escher vom Trägerverein. Die Lage sei dramatisch.

"Eine Erklärung ist vielleicht die Inflation und der Krieg. Das Geld sitzt nicht mehr so locker, da überlegen die Menschen zweimal, ob sie sich etwas gönnen."

Konzertveranstalter sehen viele verschiedene Ursachen

Das deckt sich mit den Erfahrungen vieler Konzertagenturen. Christian Doll von C2 Concerts in Stuttgart macht allerdings Unterschiede: Rock am Ring am Nürburgring in Rheinland-Pfalz habe gerade einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Die ganz großen Veranstaltungen liefen nach wie vor gut. Gleiches gelte bei Veranstaltungen für eine jüngere Zielgruppe, wie etwa das von ihm mitorganisierte Kesselfestival in Stuttgart. "Hier gibt es für den Samstag zum Beispiel nur noch sehr wenige Karten", berichtet Doll. Knackpunkt seien eher die kleinen bis mittelgroßen Konzerte.

Das beobachtet auch Marcel Büttner vom Konzertveranstalter "Provinztour" in Neuenstadt am Kocher (Kreis Heilbronn). Es könne aber auch durchaus vorkommen, dass Künstlerinnen und Künstler, die bisher sehr gut verkauft hätten, plötzlich Ladenhüter seien. Außerdem konkurriere man auch ein Stück weit gegen die eigenen Veranstaltungen - nämlich die, die aus den beiden Vorjahren in diesen Sommer verlegt, aber teilweise schon vor drei Jahren verkauft wurden.

"Viele haben noch viele Konzerttickets zu Hause am Kühlschrank hängen und wollen oder können dann einfach keine neuen mehr kaufen."

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