Privater Stützpunkt in Satteldorf: Ukrainisches Paar sammelt Spenden (Foto: Natalia Bogachuk)

Stützpunkt in Satteldorf

Russische Familie aus Crailsheim hilft bei Spendenaktion für die Ukraine

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In Satteldorf gibt es seit Montagabend einen Stützpunkt für humanitäre Hilfe mit Spendensammlungen für die Ukraine. Mitgeholfen haben Ukrainer, Deutsche und Russen.

Waleria ist eine der Helferinnen des neuen Stützpunkts in Satteldorf (Kreis Schwäbisch Hall). Die 26-Jährige lebt in Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall), stammt aus Russland und hat Verwandte und Freunde in der Ukraine.

"Es kamen viel mehr als wir gedacht haben", freut sie sich. Obwohl die Aktion erst vor wenigen Tagen gestartet wurde, seien am Montagabend gut 50 Menschen dem Spendenaufruf gefolgt, erzählt die 26-Jährige.

Helferkreis aus Ukrainern, Deutschen und Russen

Ein Kreis aus Freunden und Kollegen - teils Ukrainer, teils Russen, teils Deutsche - hatte sich nach den Angriffen Putins auf die Ukraine am vergangenen Donnerstag überlegt, wie man von hier aus helfen könne.

"Als wir die Nachricht erhalten haben, dass die ersten Bomben geworfen wurden, haben wir direkt gewusst: Wir müssen was unternehmen!"

Schnell stand der Entschluss, einen Stützpunkt als Sammelstelle für Spenden zu eröffnen. Zwei Logistik-Firmen aus Schwäbisch Hall stellen Laster zur Verfügung, mit denen die Helfer die Spenden selbst in die Ukraine fahren.

Die Helfergruppe um die Crailsheimer Familie will dabei nur den Bürgerinnen und Bürgern helfen, die es wirklich benötigen - "nicht den Soldaten" - betont Waleria. "Das muss man ganz klar dazusagen. Weil wir unterstützen den Krieg nicht."

Emotionale Anrufe aus der Ukraine

Den ganzen Tag über würden sie Anrufe aus der Ukraine bekommen, erzählt die 26-Jährige weiter.

"Leute, die uns weinend anrufen, die Hilfe benötigen, die wollen, dass wir sie abholen."

Momentan würde die Helfergruppe daher versuchen zu organisieren, Frauen und Kinder aus dem Land rauszuholen, die es bisher nicht geschafft hätten. Bis dahin wollen sie sie zumindest mit Spenden versorgen.

Kontakt zu Ternopils Bürgermeister

Der Helferkreis sei in enger Absprache mit dem Bürgermeister aus der ukrainischen Stadt Ternopil, erzählt Waleria. Der Kontakt komme durch ihren Vater, der dort ukrainische Geschäftspartner habe. Dadurch wissen sie, was vor Ort am dringendsten gebraucht werde: Schlafsäcke, Kerzen, Taschenlampen und Batterien sowie Windeln, Hygieneartikel für Frauen und Nahrung. Kleidung sei inzwischen schon genug da, heißt es.

Immer montags, mittwochs und freitags von 17 bis 19 Uhr können Menschen in der Industriestraße 8 in Satteldorf Sachspenden abgeben. Wie lange die Aktion laufen soll, sei noch unklar.

Hass gegen Russen in den Sozialen Medien

Für Waleria und ihre Familie sei es selbstverständlich zu helfen.

"Wir Bürger machen nicht die Politik und wir machen auch nicht diesen Krieg."

Doch in den sozialen Medien weht ein anderer Wind: Fotos von aufgespießten Russland-Flaggen, Hetze über Instagram und facebook. Das bedrückt auch Waleria. Manchmal könne sie nächtelang nicht schlafen, sagt die 26-Jährige.

Die ganze Familie hoffe, dass Putin zur Vernunft komme und der Krieg so schnell wie möglich ende.

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