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In Ellwangen haben am Donnerstag im Prozess um den Sechsfachmord von Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) die Plädoyers begonnen. Am Freitag soll ein Urteil fallen.

Den Auftakt der Plädoyers hat am Donnerstag der Staatsanwalt gemacht. Er hält den geständigen Angeklagten wegen sechsfachen Mordes und zweifachen versuchten Mordes in Rot am See für schuldig. Der 27-Jährige habe sich als "Herr über Leben und Tod" aufgespielt. Der Staatsanwalt forderte eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus - mit besonderer Schwere der Schuld. Das würde bedeuten: Erst nach 15 Jahren legt die Strafvollstreckungskammer fest, ob und wann der 27-Jährige auf Bewährung entlassen werden kann.

Das letzte Wort hat der Angeklagte. Dann kommt das Urteil. Das wird aber den Angaben des Gerichts nach erst am Freitag so weit sein. Zuvor werden noch vier Nebenkläger und die Verteidigung gehört.

Prozess Bluttat Rot am See (Foto: SWR)
Prozess Bluttat Rot am See

Bilder zu den Verletzungen der Opfer von Rot am See

Am Donnerstagvormittagvormittag zeigte eine Rechtsmedizinerin Bilder der Obduktion und zu den Verletzungen der Opfer. Die Familienmitglieder wurden mehrfach von Geschossen getroffen, teils in den Kopf, oft waren auch Lunge und Herz betroffen. Bei allen Schilderungen und Bildern vom Tatort saß der 27 Jahre alte Angeklagte mit gesenktem Kopf da. Er schaute kein einziges Mal hin oder auch nur auf.

"K.O.-Tropfen" selbst hergestellt

Ein Chemiker des Landeskriminalamts (LKA) sagte zuvor zu "K.O.-Tropfen" aus, die im Zimmer des Angeklagten gefunden worden waren. Nur wenige Tropfen davon reichen, um einen Menschen bewusstlos zu machen, hieß es. Es wurde eine handschriftliche Aufzeichnung des Angeklagten gefunden, wie die Tropfen aus legalen Grundstoffen zusammengemischt werden können. Mit den "K.O.-Tropfen" wollte er ursprünglich Mutter und Halbschwester betäuben, um sie zu verschleppen, so die Aussage. Den Plan verwarf der Angeklagte aber wieder.

Der Angeklagte im Gerichtssaal (Foto: SWR)
Der Angeklagte kommt am letzten Tag vor dem Urteil im Gerichtssaal an

Auf der Anklagebank sitzt ein geständiger junger Mann, der im Wahn - so jedenfalls der Gutachter - seine Mutter und seine Halbschwester umgebracht haben soll. Auf die anderen vier getöteten Familienmitglieder erstrecke sich die Wahnvorstellung jedoch nicht, führte der Gutachter am Mittwoch weiter aus.

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