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Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Samstag die Untersuchungsreihe zu "Long Covid" in Kupferzell beendet. Die Mitarbeitenden waren bereits zum dritten Mal vor Ort.

Fast zwei Wochen lang dauerte der Aufenthalt der Experten vor Ort in Kupferzell (Hohenlohekreis). Das RKI-Team lud Einwohner aus Kupferzell zu sich in die beiden Testbusse ein, für Blutuntersuchungen war eigens ein kleines Labor aufgebaut worden. Die letzten Untersuchungen wurden am Samstag durchgeführt. Einige RKI-Mitarbeitende bleiben aber noch bis Montag in Kupferzell, da ein Teil der Laborproben noch am Sonntag aufbereitet werden müssen. Am Montag reist dann das Team nach Berlin ab.

"Die Untersuchungen finden auch noch am Samstag statt, um noch mehr Termine anbieten zu können. An einigen Tagen war es sehr warm - was aber die Kupferzellerinnen und Kupferzeller nicht davon abgehalten hat, zu uns ins Studienzentrum zu kommen."

Große Teilnehmerschaft in Kupferzell

Befragt wurden Einwohnerinnen und Einwohner, die bereits im Vorfeld bei zwei Kupferzell-Studien mit im Boot waren - stets freiwillig. Insgesamt sind (Stand Anfang der Woche) 975 Einladungen verschickt worden. Bis Freitagmorgen haben 834 einen Termin gebucht - das Untersuchungszentrum war somit immer gut ausgelastet, so das RKI. Die Proben würden täglich aufbereitet und dann nach Berlin zur Auswertung gebracht.

RKI-Studie auch in Berlin

Ähnliche Folgeuntersuchungen gab es zuvor in Berlin. Nach Kupferzell hat das Studienteam zwei Wochen Pause. Danach geht es nach Bayern. Dort finden in Bad Feilnbach (Kreis Rosenheim) ebenfalls Folgeuntersuchungen statt. Die Informationen aus allen drei Orten der Folgeuntersuchung werden dann zusammen ausgewertet. Ergebnisse sollen voraussichtlich Ende des Jahres vorgestellt werden, so Jörg Schaarschmidt vom RKI.

In der ersten Corona-Welle im vergangenen Jahr war der Hohenlohekreis Hotspot in Baden-Württemberg und Kupferzell ein Ausbruchsherd. Anlass für das Robert-Koch-Institut, um in einer ersten Untersuchung vor Ort zu erforschen, wie hoch die Infektionsrate war. In einer zweiten Studie ging es darum herauszufinden, wie lange Genesene immun gegen das Virus bleiben.

Blutentnahme an einem Arm (Foto: SWR)
Mithilfe von Blutproben sollen Antikörper erforscht werden (Archivbild)

Was bedeutet "Long Covid" für die zukünftige Gesundheitsversorgung?

In der dritten Studie will das RKI jetzt vor allem die Langzeitfolgen - also "Long Covid" - einer Corona-Infektion im ländlichen Gebiet erforschen. Einige Infizierte kämpfen noch lange mit den Folgen einer Corona-Erkrankung, andere nicht. Weshalb das so ist und was das für die Gesundheitsversorgung durch Ärztinnen und Ärzte bedeutet, will das RKI nun mithilfe der Untersuchungsergebnisse aus der kleinen Gemeinde im Hohenlohekreis herausfinden.

"Während der ersten Studie im Mai 2020 berichteten einige Teilnehmende von einem positiven SARS-CoV-2-Test, ohne dass Antikörper nachgewiesen werden konnten. Auch hier interessiert uns die Frage, was sich seitdem verändert hat."

Neben der Erforschung der Langzeitfolgen könne mithilfe der Blutproben auch die zeitabhängige Nachweisbarkeit von Antikörpern im Blut erforscht werden, so das RKI. Dies ist auch politisch interessant, so die Untersuchungsleiterin Julia Strandmark: So könnten beispielsweise psychische Belastungen eingeschätzt werden und Schlussfolgerungen für zukünftige Pandemien gezogen werden.

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